Emirates hält trotz Iran-Krieg und Kerosinkrise an vollem Flugprogramm fest
Emirates hält trotz Iran-Krieg an Flugprogramm fest

Emirates trotzt der Krise: Volles Flugprogramm trotz Iran-Krieg

Während viele Fluggesellschaften weltweit aufgrund der massiv gestiegenen Kerosinkosten infolge des Iran-Krieges unrentable Flüge streichen, zeigt sich die größte Airline aus den Golfstaaten, Emirates, unbeeindruckt. Der Präsident des Unternehmens, Tim Clark, erklärte am Dienstag in Berlin, dass man keinerlei Absicht habe, das Flugprogramm einzuschränken oder zu reduzieren. Die Sorge um höhere Kerosinkosten, etwa durch die Mitnahme von zusätzlichem Treibstoff als Vorsichtsmaßnahme gegen Knappheit im Ausland, teile er nicht.

Hintergrund: Kerosinpreis verdoppelt sich zeitweise

Der Kerosinpreis hatte sich nach Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar und iranischen Angriffen auf die arabische Halbinsel aufgrund des fehlenden Treibstoffangebots aus Nahost zeitweise verdoppelt. Dies führte dazu, dass zahlreiche Airlines, darunter auch die Lufthansa, unrentable Verbindungen aus dem Programm nahmen. Emirates hingegen fährt den Betrieb an seinem Drehkreuz Dubai weiter hoch. Nachdem die Airline kurz nach Kriegsbeginn weitgehend am Boden bleiben musste, bediente sie Anfang Mai fast wieder alle Strecken mit 75 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Kein Kerosinmangel bei Emirates

Weltweit herrscht große Sorge vor einem Kerosinmangel, der zu noch mehr Flugausfällen führen könnte. Emirates habe dieses Problem jedoch nicht, betonte Clark. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügten über eigenes Öl und Kerosin. Um sich gegen Engpässe an Zielflughäfen zu wappnen, habe Emirates in der Regel Treibstoff für fünf Stunden Flugzeit über den Planungen an Bord.

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Emirates fordert Flugrechte am BER

Clark nutzte seinen Berlin-Besuch anlässlich der Luftfahrtmesse ILA, um erneut die Forderung nach Flugrechten am Hauptstadtflughafen BER zu unterstreichen. Nach einem Abkommen der VAE mit Deutschland darf Emirates vier Flughäfen nutzen und bietet Langstreckenflüge über Dubai von Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an. Clark erklärte, Emirates habe sich zwar Start- und Landerechte am BER gesichert, besitze aber noch keine Betriebsgenehmigung. „Wir hoffen, wir können die deutsche Regierung überzeugen, Flüge von Berlin anzubieten“, so der Präsident.

Kritik an Lufthansa

Clark warf der Lufthansa vor, bei der Bundesregierung Stimmung gegen den Konkurrenten vom Golf zu machen. Die Lufthansa solle sich nicht hinter der Regierung verstecken. Die Lufthansa prangert oft unfairen Wettbewerb durch Emirates oder Qatar Airways an, die von ihren Heimatstaaten subventioniert seien, kaum europäischen Klimaschutzvorschriften unterlägen und ihren Beschäftigten niedrigere Arbeits- und Sozialstandards gewährten. Langstreckenflüge von Berlin sind seit Jahren ein Zankapfel zwischen dem Land und der Lufthansa.

Der deutsche Marktführer bietet Umsteigeflüge nur über seine zwei deutschen Drehkreuze Frankfurt und München an mit dem Argument, für Jumbos auf der Langstrecke sei die Nachfrage in Berlin nicht groß genug. Emirates dürfte auf der Langstrecke auch nicht die in der Hauptstadt herbeigesehnten Direktflüge anbieten, sondern die Passagiere in Dubai umsteigen lassen.

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