Der Stellenaufbau der US-Unternehmen ist im Mai trotz des Iran-Kriegs so stark ausgefallen wie seit über einem Jahr nicht mehr. In der Privatwirtschaft kamen insgesamt 122.000 Jobs hinzu, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Unternehmensumfrage des Personaldienstleisters ADP hervorgeht. Das ist der größte Zuwachs seit Januar 2025. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 117.000 erwartet, nach revidiert 105.000 im April.
ADP-Chefökonomin sieht anhaltende Dynamik
„Der Arbeitsmarkt zeigt auf dem Weg in die Einstellungssaison im Sommer weiter eine anhaltende Dynamik“, sagte ADP-Chefökonomin Nela Richardson. Die Umfragedaten aus der Privatwirtschaft werfen ein Schlaglicht auf die Lage eines wichtigen Teils des US-Jobmarkts. Ein umfassendes Bild liefert der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung, der auch Stellen im öffentlichen Dienst erfasst. Für den am Freitag anstehenden Job-Report erwarten Ökonomen ein Stellenplus von rund 85.000, nach einem Zuwachs von 115.000 im April.
Federal Reserve hält an Zinspolitik fest
Die US-Notenbank Federal Reserve, die Vollbeschäftigung fördern und Preisstabilität sichern soll, hat den Leitzins zuletzt in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent unverändert gehalten. Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als sehr unwahrscheinlich. Die robusten Arbeitsmarktdaten könnten die Fed zusätzlich in ihrer abwartenden Haltung bestärken.
Experten betonen, dass der starke Jobaufbau im Mai ein positives Signal für die US-Wirtschaft sei, auch wenn die geopolitischen Risiken durch den Iran-Krieg weiterhin bestehen. Die Energiepreise bleiben volatil, was die Inflationserwartungen beeinflusst. Die Fed wird die weitere Entwicklung genau beobachten, bevor sie über eine mögliche Lockerung der Geldpolitik entscheidet.



