Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff noch heute – Rückkehr nach Kiew
Selenskyj warnt vor massivem russischen Angriff noch heute

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für den heutigen 1. Juli 2026 vor einem massiven russischen Angriff auf die Ukraine gewarnt. Bei einer Pressekonferenz in Dublin am Rande der Zeremonie zur Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland erklärte er, es lägen „unangenehme Informationen“ über die Vorbereitung eines solchen Angriffs vor. Er werde daher direkt nach der Pressekonferenz rasch in die Ukraine zurückkehren. Die Bevölkerung rief er auf, Alarmsignale zu beachten und Schutzräume aufzusuchen.

Selenskyj betonte, dass Russland etwa alle ein bis zwei Wochen massive Angriffe mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen verschiedener Art durchführe. Bereits am Vortag hatten der Bürgermeister von Iwano-Frankiwsk, Ruslan Marzinkiw, und der Gouverneur des Gebiets Cherson, Olexander Prokudin, vor einem möglichen größeren russischen Angriff in der Nacht zum Mittwoch gewarnt.

Tote nach russischen Angriffen auf Odessa und Charkiw

Bei einem russischen Raketenschlag im südukrainischen Gebiet Odessa sind mindestens zwei Menschen getötet und 13 weitere verletzt worden, wie Militärgouverneur Oleh Kiper auf Telegram mitteilte. Es gebe Schäden auf dem Gelände eines Unternehmens; ein ausgelöster Brand sei gelöscht worden. In der ostukrainischen Großstadt Charkiw forderten russische Gleitbombenangriffe ebenfalls mindestens zwei Todesopfer, wie Bürgermeister Ihor Terechow schrieb. Rund ein Dutzend Menschen seien verletzt worden; es habe fünf Einschläge in zwei Stadtteilen gegeben.

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Selenskyj: Firmen in Europa arbeiten für Russland

Der ukrainische Präsident nutzte seine Einladung zum Start der irischen EU-Ratspräsidentschaft für scharfe Kritik an Geschäftsmöglichkeiten russischer Oligarchen in Europa. Es gebe Firmen in europäischen Ländern, „deren einziger Zweck es ist, für Russland zu arbeiten“, sagte Selenskyj in Dublin. Diese seien im Besitz oder unter der Kontrolle sanktionierter russischer Oligarchen. „Sie versorgen den Aggressor weiterhin mit essenziellen Materialien, sogar jetzt“, so Selenskyj. Er rief die EU auf, die Sanktionen gegen Russland entsprechend zu erweitern. In Irland hatte zuletzt der Export von Aluminiumoxid nach Russland für Debatten gesorgt, da das Rohmaterial auch für die Rüstungsproduktion von Bedeutung ist.

Drohnenangriffe lassen russische Dieselexporte einbrechen

Ukrainische Drohnenangriffe auf wichtige Raffinerien haben Russlands Dieselausfuhren auf dem Seeweg im Juni drastisch sinken lassen. Die Exporte von Diesel und Gasöl fielen im Vergleich zum Vormonat um 39 Prozent auf rund 1,8 Millionen Tonnen, wie aus Daten des Finanzdienstleisters LSEG und von Marktteilnehmern hervorging. Das entspricht einem Rückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Lieferungen aus dem Haupthafen Primorsk sanken Schätzungen zufolge um mehr als die Hälfte auf 623.000 Tonnen. Die Produktionsausfälle führen auch zu Engpässen auf dem russischen Inlandsmarkt; Händler erwarten, dass die Exporte im Juli fast zum Erliegen kommen könnten.

Hintergrund sind Drohnenangriffe auf große Raffinerien im Mai und Juni, mit denen die Ukraine eine wichtige Einnahmequelle Russlands austrocknen will. Hauptabnehmer blieben im Juni die Türkei und Brasilien, die zusammen mindestens die Hälfte der Ladungen übernahmen. Auch Marokko, Ägypten und Senegal zählten zu den wichtigen Abnehmern.

Russland schließt Grenzübergänge für Bahnverkehr

Russland hat einseitig sieben Grenzübergänge im Bahnverkehr mit Finnland, Estland und Lettland geschlossen. Die Anweisung der Regierung in Moskau gilt ab 1. Juli und soll vorübergehend sein; zur Dauer wurden keine Angaben gemacht. Personen, Fahrzeuge, Waren und Güter dürfen die Übergänge nicht mehr passieren. Aufgelistet wurden fünf Grenzübergänge mit Finnland, das jedoch die Grenze zu Russland bereits 2023 geschlossen hat. Nach Estland und Lettland fahren keine russischen Personenzüge mehr; in jedes dieser Länder schloss Moskau einen von zwei Übergängen.

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Ukraine beschließt umstrittene Gedenkstätte

Die Ukraine hat die Einrichtung einer nationalen Gedenkstätte namens „Pantheon“ beschlossen. Für die Novelle stimmten 287 Abgeordnete in zweiter Lesung. Ziel sei es, „die herausragendsten Vertreter der ukrainischen Nation zu ehren“ und eine nationale Identität zu formen. Präsident Selenskyj bezeichnete die Novelle als „dringlich“ und kündigte die sofortige Unterzeichnung an. Der Gedenkort wird in Kiew eingerichtet; erwartet wird, dass international umstrittene Persönlichkeiten umgebettet werden. Das Pantheon soll zudem als Begräbnisstätte für ukrainische Präsidenten dienen.

Merz: Nato-Gipfel soll Ukraine neue Finanzzusage geben

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich für eine neue Finanzhilfe der europäischen Nato-Partner für die Ukraine starkgemacht. „Die Bundesregierung schlägt vor, dass wir Kiew, als europäische Nato-Alliierte, eine neue Finanzierungszusage geben“, sagte Merz in Berlin. Er hoffe, dass Moskau daraus die richtigen Schlüsse ziehe und zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bereit sei. „Wir werden in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen“, betonte Merz.

Ukraine zerstört Brücke im Donezker Gebiet

Die Ukraine hat eine Brücke auf einer Fernstraße zwischen Donezk und Mariupol zerstört. „Unter anderem wurde eine Straßenbrücke über den Fluss Malyj Kaltschyk nahe Hranitne im Gebiet Donezk getroffen“, teilte der Generalstab mit. Die Trümmer des Bauwerks liegen gut 20 Kilometer nördlich von Mariupol. Es existiert jedoch eine Umgehungsroute für den Straßenverkehr. Welche Waffe eingesetzt wurde, teilte das Militär nicht mit.

Selenskyj: Wieder Ziele weit in Russland attackiert

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Selenskyj erneut Ziele tief in Russland angegriffen. So sei zum zweiten Mal eine Ölraffinerie im russischen Ufa attackiert worden, die mehr als 1300 Kilometer von der Front entfernt liegt. Zudem habe es einen Angriff auf eine Anlage in der Region Pensa gegeben, in der Komponenten für Raketenwaffen hergestellt werden. Die Anlage liegt rund 600 Kilometer von der Front entfernt.

Ukraine bittet EU um Freigabe von 6,6 Milliarden Euro für Militärhilfe

Die Ukraine bittet die EU um die Freigabe von 6,6 Milliarden Euro aus der Europäischen Friedensfazilität (EPF) für Militärhilfe. Dies geht aus einem Brief von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hervor. Der gesamte Verteidigungsbedarf der Ukraine wird für dieses Jahr auf rund 136 Milliarden Euro geschätzt, wovon der ukrainische Haushalt etwa 53 Milliarden Euro abdeckt. Auch mit einer geplanten EU-Anleihe bleibt eine erhebliche Finanzierungslücke.

Ökonomen: Russlands Wirtschaft in der Krise

Die russische Wirtschaft steckt aus Sicht von Ökonomen in einer Krise. Laut der Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) stagniert das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 0,6 Prozent. Schuld sei vor allem die restriktive Geldpolitik der Notenbank, „die die Wirtschaft abwürgt“, sagte Russlandexperte Vasily Astrov. Die Investitionstätigkeit brach im ersten Quartal um 14 Prozent ein. Auch ukrainische Angriffe auf Energieanlagen und Internetsperren schadeten der Wirtschaft. Dennoch bleibe Moskau weiter in der Lage, den Krieg zu finanzieren.