Russischer Soldat hält Ukrainerin ein Jahr gefangen und vergewaltigt sie
Russischer Soldat vergewaltigt Ukrainerin ein Jahr lang

Kiew (Ukraine) – Russland begeht in der Ukraine Kriegsverbrechen am laufenden Band. Das wurde nicht nur beim Massaker in Butscha deutlich. Auch dass russische Truppen ukrainische Kinder aus besetzten Gebieten verschleppen und Zivilisten foltern, ist vielfach dokumentiert. Einen besonders verstörenden Fall hat jetzt die britische „Times“ aufgeschrieben. Ein Soldat aus Putins Armee verschleppte eine Ukrainerin, versklavte und vergewaltigte sie ein Jahr.

Der Fall Sofia

Sofia (Name von „Times“ geändert) lebte mit ihrer behinderten Mutter und zwei jüngeren Brüdern in einem Dorf in der Region Charkiw. Als die russische Vollinvasion im Februar 2022 begann, besetzten die Russen ihr Dorf. Einer der Soldaten, der in der ukrainischen Presse als Wjatscheslaw D. (heute 32) identifiziert wurde, bedrängte Sofia wiederholt. Sie wies ihn zurück.

Verschleppung und Gefangenschaft

Eines Tages erschienen er und zwei weitere Soldaten laut „Times“ bewaffnet vor ihrer Tür und sagten: „Willst du, dass deine Familie stirbt?“ D. brachte sie in das Nachbargebäude und vergewaltigte sie, so die polizeilichen Ermittler. Als ihre Mutter sich bei seinem Kommandeur beschwerte, spielte dieser das Verhalten des Soldaten herunter.

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Während eines Urlaubs im Juni 2022 soll D. dann zwei Soldaten seiner Einheit dazu überredet haben, Sofia (damals 20 Jahre alt) zu entführen und sie über die Grenze nach Belgorod in Russland zu bringen, wo er eine Wohnung gemietet hatte. Sofia wurde mehr als ein Jahr lang in der Wohnung festgehalten und wiederholt vergewaltigt. „Der Balkon war mit Metallgittern versehen“, sagte Anna Ponomarenko, leitende Ermittlerin für Kriegsverbrechen bei der Polizei von Charkiw. „Alles war vernagelt. Die Türen waren sowohl mit Schlüsseln als auch mit Vorhängeschlössern verschlossen … Er nahm ihr das Telefon weg. Es war sexuelle Versklavung.“

Fluchtversuch und Rettung

Im Januar 2023 versuchte Sofia, sich das Leben zu nehmen. Im Krankenhaus glaubten die russischen Ärzte ihrer Geschichte nicht. „Wann immer sie Ärzten oder Einheimischen erzählte, was geschah, sagte er: ‚Sie kommt aus der Ukraine. Sie ist psychisch gestört‘“, erklärte Ermittlerin Ponomarenko.

Im September 2023 gelang Sofia dann endlich die Flucht. Glück für sie: Ihr Peiniger wurde wegen Fahnenflucht festgenommen – er hatte seinen Sold eingestrichen, ohne an die Front zurückzukehren. Sofia griff zum Telefon in der nun leeren Wohnung und rief die einzige Nummer an, die sie auswendig kannte: die ihrer älteren Schwester in Polen. Diese fand ein Netzwerk von Freiwilligen in Russland, die Sofia abholten und zur ukrainischen Grenze brachten. Ihr älterer Bruder, der Soldat in der ukrainischen Armee ist, holte sie ab.

Systematische sexuelle Gewalt

Sofia ist eine von 226 ukrainischen Kriegsopfern sexueller Gewalt, die seit 2022 von der Polizei erfasst wurden. Die tatsächliche Zahl dürfte jedoch weit höher liegen. Vermutlich dient D. weiterhin in der russischen Armee. Als ukrainische Journalisten, die über den Fall berichteten, ihn um eine Stellungnahme baten, antwortete er laut „Times“ mit einem lachenden Emoji und schrieb: „F*** dich.“

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