China entsendet erneut Schiffe vor Taiwan – Küstenwache im Einsatz
China schickt Schiffe vor Taiwan – Küstenwache reagiert

China hat erneut Schiffe seiner Küstenwache in ein Seegebiet östlich von Taiwan entsandt. Die Flotte werde dort Patrouillen zur Strafverfolgung fahren, teilte die chinesische Küstenwache mit. Sie werde „die territoriale Souveränität sowie die maritimen Rechte Chinas entschlossen wahren“, hieß es wörtlich. Zudem kündigte China an, diese Einsätze zu verstärken und bezeichnete das betroffene Gebiet als Chinas „eigene Hoheitsgewässer“.

Taiwanische Küstenwache verfolgt chinesische Schiffe

Die taiwanische Küstenwache teilte ihrerseits mit, sie verfolge zwei chinesische Schiffe. Diese hätten sich am Samstagvormittag 54 Seemeilen (rund 100 Kilometer) östlich der Stadt Hualien befunden, wo ein wichtiger Luftwaffenstützpunkt liegt. Sie seien jedoch außerhalb der Sperrgebiete geblieben. Die taiwanische Küstenwache habe zwei eigene Schiffe zur Beobachtung abgestellt. Man werde weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um chinesische Schiffe mit Nachdruck zu vertreiben.

Hintergrund des Streits um Seegrenzen

Die Regierung in Peking betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als eigenes Staatsgebiet. Taiwan steht seinerseits auf dem Standpunkt, China habe kein Recht, Souveränität oder Gerichtsbarkeit über die Insel oder ihre Gewässer zu beanspruchen. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Vorfälle dieser Art gegeben. Innerhalb von weniger als zwei Wochen hat China zum zweiten Mal Schiffe der Küstenwache in die Gewässer vor Taiwans Ostküste entsendet. Die Präsenz eines ersten Flottenverbands vor der Insel hatte in Taipeh Beunruhigung ausgelöst. Auch die inoffiziellen Vertretungen Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Taiwan zeigten sich zu diesem Zeitpunkt besorgt über die Aktivitäten der chinesischen Küstenwache.

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Reaktionen und weitere Maßnahmen

Bereits zuvor, Anfang Juni, hatte Taiwan seine Küstenwache eingesetzt, weil chinesische Schiffe in die Gewässer vor Taiwan gefahren waren. Laut offizieller Mitteilung aus Peking sei dies „eine notwendige Maßnahme gegen die einseitige Ankündigung Japans und der Philippinen, sie würden Verhandlungen zur Festlegung einer Seegrenze“ in der Nähe von Taiwan aufnehmen. Am vergangenen Mittwoch hatte Taiwan Handelsschiffe vor der Ostküste angewiesen, etwaige Aufforderungen der chinesischen Küstenwache zur Inspektion zu ignorieren. Ein Zutritt an Bord solle verwehrt werden. Die Küstenwache Taiwans werde notfalls eingreifen, um dies zu verhindern.

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