Am Forrest Beach im australischen Bundesstaat Queensland sind sechs mysteriöse Metallkugeln angespült worden. Die Behörden vermuten, dass es sich um Weltraumschrott handelt – genauer gesagt um Raketenteile, die gefährlichen Raketentreibstoff enthalten könnten. Die Feuerwehr von Queensland hat fünf der Kugeln in Fässer verbracht, eine sechste Kugel wurde „unschädlich“ gemacht, wie der „Guardian“ berichtet.
Fundorte abgesperrt – Weltraumbehörde ermittelt
Die Fundorte der Kugeln wurden zeitweise abgesperrt. Die australische Weltraumbehörde untersucht nun den Ursprung der Objekte. Mutmaßlich handelt es sich um Raketenteile, die gefährlichen Raketentreibstoff enthalten könnten. Weitere Teile könnten in den kommenden Tagen an den Strand gespült werden. Für die Öffentlichkeit bestehe jedoch keine Gefahr, heißt es.
Expertin: Möglicherweise „Space Balls“ von russischer Rakete
Alice Gorman, Weltraumarchäologin und Expertin für Weltraumschrott an der australischen Flinders University, sagte dem „Guardian“, dass auf Fotos keine Brand- oder Hitzeschäden zu erkennen seien. „Dies lässt vermuten, dass sie von einer Raketenstufe stammen könnten, die auf die Erde zurückgefallen ist, während der Rest der Stufe weiterfliegt, um eine Nutzlast ins All zu befördern.“ Laut Gorman könnte es sich bei den Objekten um sogenannte „Space Balls“ handeln – Bauteile eines Treibstoffsystems, die möglicherweise von einer russischen Rakete stammen. Der Begriff habe nichts mit der gleichnamigen Weltraumkomödie zu tun.
Weltraumschrott in Australien kein Einzelfall
„Weltraummüll landet meistens im Meer, aber da Australien eine sehr große Landmasse ist, erreichen uns doch relativ viele Weltraummüllteile“, sagte Gorman. Es wäre nicht das erste Mal, dass Weltraumschrott an australischen Stränden für Schlagzeilen sorgt. Im Jahr 2023 wurde ein Strand zeitweise gesperrt, weil dort ein Teil einer indischen Rakete angespült worden war.
Verhaltensempfehlungen der Weltraumbehörde
Die australische Weltraumbehörde hat auf ihrer Website Empfehlungen für den Umgang mit Weltraumschrott veröffentlicht. Demnach sollen Bürgerinnen und Bürger die Objekte nicht berühren, sondern die Polizei und anschließend die Weltraumbehörde informieren.
Lokaler Imbiss nutzt Fund für Vermarktung
Dem „Guardian“ zufolge nutzt ein Imbiss am Strand von Forrest Beach die „Space Balls“ bereits zur Vermarktung – und bietet eine „Weltraummüll-Snackbox“ an. Das Werbeversprechen: „Im Gegensatz zu einigen Dingen, die an unseren Strand gespült werden, werden sie diese Objekte identifizieren können.“



