Zuschauer springt für erkrankten Pianisten bei La La Land-Konzert ein
Fan springt für Pianisten bei La La Land-Konzert ein

Es ist wohl der Traum eines jeden kleinen Musikers: als Fan bei einem Konzert auf die Bühne gerufen zu werden. In Australien hat nun ein 21-Jähriger das Konzert seines Lebens gespielt. Was sich wie eine filmreife Geschichte anhört, ist tatsächlich passiert: Weil beim Livekonzert zum Oscar-prämierten Filmmusical „La La Land“ in Sydney der Pianist ausfiel, durfte ein Zuschauer aus dem Publikum einspringen – und bekam Sonderapplaus.

Der Vorfall im Detail

Am Samstagabend trat Komponist Justin Hurwitz, der für „La La Land“ den Oscar gewonnen hatte, im Darling Harbour Theatre im australischen Sydney auf. Ein Orchester spielte die Musik live zum Film. Das Problem: Mitten in der Show fiel der Pianist aus. Wie mehrere Medien berichten, war der Pianist zu krank, um weiterzuspielen. Hinter den Kulissen sei Panik ausgebrochen, sagte Hurwitz dem „Guardian“. Die Musiker des Orchesters hätten verzweifelt versucht, Bekannte zu erreichen, die als Ersatz hätten einspringen können – jedoch ohne Erfolg.

Die spontane Lösung

„Also dachte ich mir einfach: Na ja, wir haben hier 2500 Leute“, sagte Hurwitz laut „Guardian“. Er trat auf die Bühne und fragte das Publikum, ob nicht ein Pianist vor Ort sei und einspringen könne. „Ja, es war ein Risiko“, so Hurwitz. Deswegen habe er nachgehakt, als sich jemand gemeldet habe. „Ich wollte sichergehen, dass niemand einfach nur übermäßig selbstbewusst war. Ich habe ein paar Folgefragen gestellt, wie: Bist du dir sicher? Kannst du wirklich vom Blatt spielen? Kannst du Tonarten spielen, die du noch nie zuvor gespielt hast?“

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Der glückliche Zuschauer

Der 21-jährige Student Sterling Nasa, selbst Pianist und Organist, hielt sich nach eigener Aussage zunächst zurück. „Ich war zunächst etwas zögerlich“, zitiert ihn der „Guardian“. Doch dann durfte er auf die Bühne. „Diese Erfahrung verdanke ich zu einem großen Teil meiner Freundin Scarlett, die sozusagen für mich die Hand gehoben hat. Aber letztlich habe ich das nötige Selbstvertrauen gefunden, und es war eine sehr gute Entscheidung, mich freiwillig zu melden.“

Die Bewährungsprobe

Nasa, ein Bewunderer von Hurwitz’ Musik, saß plötzlich am Keyboard. Und die erste Bewährungsprobe wartete auf ihn: Die Aufführung des Stücks „Start a Fire“ von John Legend sah ein technisch anspruchsvolles Solo vor. „Als es näher rückte, dachte ich: Oh nein, wie soll er das Solo nur meistern?“, erzählte Hurwitz später. Auch Nasa hatte nach eigener Aussage Respekt. Aber er fand eine Lösung: „Ich habe mir ein wenig kreative Freiheit genommen und einfach beschlossen zu improvisieren, was sich meiner Meinung nach als gute Wahl herausstellte.“ Das funktionierte – und das Publikum spendete Nasa einen Sonderapplaus.

Die Reaktionen

„Er improvisierte einfach“, sagte Komponist Hurwitz: „Das ist eine ganz andere Fähigkeit als das Vom-Blatt-Spielen. In der Lage zu sein, ein wirklich cooles Solo in der richtigen Tonart, in der richtigen Tonleiter, spontan und ohne Probe zu spielen – das war bemerkenswert.“ Nach dem Auftritt habe er Nasa gesagt, wie überwältigt und dankbar er sei. Auch Nasa zeigte sich dankbar: „Es war ein echter Segen, ein Werk spielen zu dürfen, das ich so sehr bewundere“, sagte er.

Ausblick

Ob Hurwitz den Studenten der Internationalen Beziehungen nun doch von einer Musikkarriere überzeugen wird? „Ich weiß nicht, wofür er sich am meisten begeistert“, sagte Hurwitz. „Vielleicht mag er Internationale Beziehungen ein bisschen mehr als Musik. Aber genau darum geht es in ‚La La Land‘. Man muss das tun, was man am meisten liebt.“

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