In München kommt ein besonderes Stück Geschichte unter den Hammer: Eine Kinderlocke von Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sisi, wird zusammen mit mehr als 1.000 weiteren Objekten aus herzoglichen Nachlässen versteigert. Das Auktionshaus Scheublein bietet die in Messing gerahmte Sammlung von Kinderhaaren der kleinen Elisabeth und ihrer sieben Geschwister an.
Die Haarpracht der Kaiserin
Kaiserin Sisi legte großen Wert auf die Pflege ihrer fast bodenlangen Haarpracht. Ihre prächtigen Locken sollen bis zum Boden gereicht haben, und an manchen Tagen soll sie sogar Kopfschmerzen von der Last ihrer Haare bekommen haben. Bis heute ranken sich Mythen um die Mähne der Kaiserin, die 1898 verstarb. Die Kinderlocke von Sisi ist in einem Schmuckstück eingearbeitet, das insgesamt acht Locken ihrer Geschwister enthält.
Eine absolute Besonderheit
Das Auktionshaus Scheublein bewirbt die Lockensammlung als „vielleicht außergewöhnlichstes“ Objekt der Versteigerung. „Die Lockensammlung ist eine absolute Besonderheit“, so Auktionshauschefin Nikola Scheublein. Die Sammlung enthält neben Sisis Locke auch Haare ihrer Geschwister Nené und Herzog Carl Theodor, der später das Familienoberhaupt der Wittelsbacher werden sollte. Sisi wurde 1854 durch ihre Heirat mit Franz Joseph I. Kaiserin von Österreich und 1867 Königin von Ungarn.
Weitere Objekte aus herzoglichem Nachlass
Neben der Lockensammlung werden im Juni über 1.000 weitere Objekte aus dem Nachlass der Herzöge in Bayern versteigert. Der Auktionskatalog ist umfangreich und listet Porträtminiaturen, Schmuckstücke, Besteck, über 100 Tabakdosen, kostbare Waffen und Jagdröcke herzoglicher Forstbeamter auf. Besonders hervorzuheben sind zwei silberne Schokoladenkännchen mit eingraviertem „L“, die an den Märchenkönig Ludwig II. erinnern. Die Kannen stammen aus dem Jahr 1857, als der spätere König zwölfjähriger Kronprinz war. Der Startpreis liegt bei 1.400 Euro.
Spitzenstück der Auktion
Den höchsten Schätzwert hat ein Hirschfänger aus dem Besitz von Carl Theodor in Bayern (1839–1909). Griff und Beimesser bestehen aus Silber mit vergoldeten Partien, die Scheide ist aus grünem Samt gefertigt. Die Klingen sind mit Jagdszenen verziert. Der Schätzpreis beträgt 30.000 Euro.
Auktionstermin
Die Sonderauktion läuft in Kooperation mit der Philipp Württemberg Art Advisory GmbH und dem Auktionshaus Karl & Faber. Die Versteigerung erfolgt am 25. und 26. Juni ab 12 Uhr live auf der Internetseite des Unternehmens.



