Nach dem Abgang seines umstrittenen Mitgründers René Redzepi wird das weltberühmte dänische Restaurant Noma im August unter neuer Leitung wiedereröffnet. Das seit Februar geschlossene Restaurant in Kopenhagen kehrt laut einer Mitteilung des Hauses im August zurück. Neuer Küchenchef ist der Mexikaner Pablo Soto. Redzepi bleibt Eigentümer und Kreativdirektor, ist aber nicht mehr in den täglichen Betrieb eingebunden.
Hintergrund der Schließung
Das Noma hatte im März nach 23 Jahren seinen Küchenchef verloren. Hintergrund waren schwere Vorwürfe ehemaliger Angestellter, die in der New York Times und in sozialen Netzwerken öffentlich wurden. Rund 35 frühere Mitarbeiter berichteten von wiederholten Gewalttaten Redzepis zwischen 2009 und 2017. Er soll Angestellte geschlagen, mit Küchenutensilien gestochen und gegen Wände geschleudert haben. Zudem seien Einschüchterungen, Bodyshaming und öffentliche Demütigungen vorgekommen. Redzepi habe gedroht, seinen Einfluss zu nutzen, um Karrieren zu ruinieren.
Reaktion von René Redzepi
Auf Instagram erklärte Redzepi: „Eine Entschuldigung ist nicht genug. Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln.“ Er trat daraufhin als Küchenchef zurück, bleibt aber Eigentümer und Kreativdirektor des Restaurants.
Neustart mit Pablo Soto
Ab dem 5. August bietet das Noma ein monatlich wechselndes Menü zum Einstiegspreis von 4500 Dänischen Kronen (etwa 600 Euro). Die Leitung übernimmt der Mexikaner Pablo Soto. In der Mitteilung hieß es: „Wir haben in diesem Frühjahr genauer darüber nachgedacht, wer wir sind, was uns am wichtigsten ist und wohin wir gehen möchten.“
Geschichte des Noma
Das Noma öffnete erstmals 2003 in Kopenhagen. Der Name setzt sich aus den dänischen Wörtern „nordisk“ (nordisch) und „mad“ (Essen) zusammen. Nach einem Umzug 2018 in ein abgelegeneres Viertel wurde es fünfmal als bestes Restaurant der Welt ausgezeichnet und erhielt drei Michelin-Sterne.
Die Wiedereröffnung markiert einen Neuanfang für das renommierte Restaurant, das nach den schweren Vorwürfen und dem Rückzug Redzepis nun unter neuer Führung einen frischen Start wagt.



