Berlin bekommt einen neuen Hindu-Tempel. Nach gut zwei Jahrzehnten Planungs- und Bauzeit feiert die Hindu-Gemeinde in Berlin und bundesweit die Eröffnung des Gotteshauses an der Hasenheide in Neukölln. Bis Sonntag sind täglich verschiedene Rituale geplant, um dem Tempel und den Götterfiguren Leben und Segen zu verleihen. Ab Samstag steht er dann für Besucher offen, wie Vilwanathan Krishnamurthy vom Trägerverein mitteilt. „Ich freue mich sehr. Ein großer Traum ist in Erfüllung gegangen.“ Im Tempel seien alle Menschen herzlich willkommen.
Erste Feierlichkeiten mit heiligem Rauch und Kokosnüssen
Stellenweise sieht es noch provisorisch aus. Vor dem Tempeleingang stapeln sich die Schuhe in Regalen. Blumen, Tücher, Öle und andere Utensilien werden hereingetragen. Die Pujari, die indischen Tempelpriester, bereiten ein Ritual vor. Unter anderem benötigen sie Kokosnüsse. Diksha Barve, Mitarbeiterin im Organisationsteam seit 2019, erklärt: „Die Kokosnuss kann man gänzlich benutzen. Das Wasser, das Fruchtfleisch und auch die Schale. Sie steht für das Ganze.“ Unter der Kokosnuss wird ein kleines Feuer entzündet, und der Rauch soll den Tempel heiligen.
In den kommenden Tagen werden die Figuren der Gottheiten durch unterschiedliche Rituale geweiht und an ihre Plätze gebracht. Momentan stehen sie noch auf dem Boden. Das Programm erstreckt sich jeden Tag von frühmorgens bis zum späten Nachmittag.
Tempelweihe am Sonntag als Höhepunkt
Höhepunkt der Feierlichkeiten wird die Tempelweihe am Sonntag sein. Ein Priester gießt mit Hilfe eines Krans nach altem Ritus Wasser aus dem indischen Fluss Ganges und aus Berlin über die Turmspitze des Tempels. Laut Krishnamurthy symbolisiert dies die göttliche Kraft, die den Tempel und die zahlreichen Götterfiguren im Inneren von oben in Besitz nimmt. Die Figuren werden bereits vorher in den Tempel gebracht.
Solche Bauten sind in Deutschland vergleichsweise selten. Einen bekannten Tempel gibt es in Hamm. Der Tempel in Neukölln ist nach seiner Eröffnung erst der zweite Hindu-Tempel Berlins. Er ist der hinduistischen Gottheit Ganesha gewidmet, die einen Elefantenkopf hat.



