Katzenbilder aus Müll gerettet: 18.500 Euro bei Auktion erzielt
Katzenbilder aus Müll: 18.500 Euro bei Auktion

Pembrokeshire, Wales – Ein älteres Ehepaar aus der walisischen Grafschaft Pembrokeshire machte einen außergewöhnlichen Fund, als es mit dem Hund Gassi ging. Im Müll entdeckten die beiden zwei Katzenbilder, die sich später als wertvolle Kunstwerke entpuppten. Die Gemälde „Blaue Katze zwischen den Blumen“ und „Psychedelische Katzen“ stammen von dem britischen Künstler Louis Wain, der für seine skurrilen Katzenporträts bekannt ist. Bei einer Auktion erzielten die Bilder insgesamt 16.000 britische Pfund, umgerechnet rund 18.500 Euro.

Ein ungewöhnlicher Kunstfund im Müll

Das Ehepaar nahm die beiden Werke mit nach Hause und schenkte sie zunächst ihrer Schwiegertochter. Diese hängte die Bilder eine Zeit lang auf, gab sie jedoch später zurück. Daraufhin schmückte das Paar seine eigenen vier Wände mit den Katzenbildern. Erst Jahre später begannen sie, die Herkunft der Werke zu recherchieren. Dabei stellten sie fest, dass die signierten Gemälde von Louis Wain stammen, einem Künstler, der von 1860 bis 1939 lebte und für seine liebevollen, aber auch psychedelischen Katzendarstellungen berühmt ist.

Der Künstler Louis Wain und seine wiederentdeckte Popularität

Louis Wain war ein erfolgreicher Illustrator, Kunstlehrer und Postkartenzeichner, der jedoch ständig mit Geldsorgen zu kämpfen hatte. Oft bezahlte er seine Miete mit einem seiner Katzenbilder. Seine Werke sind in Großbritannien so populär, dass praktisch jeder seine Motive kennt, aber nicht unbedingt seinen Namen. In den letzten Jahren erlebte Wain eine Renaissance, insbesondere seit 2021 sein Leben mit Hollywood-Star Benedict Cumberbatch in dem Film „Die wundersame Welt des Louis Wain“ verfilmt wurde. Dies steigerte die Nachfrage nach seinen Werken enorm.

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Die Auktion der Müll-Funde

Das Ehepaar wandte sich an das Auktionshaus Rogers Jones, um die Bilder versteigern zu lassen. „Wir haben immer gescherzt, dass sie vielleicht eines Tages etwas wert sein könnten, aber wir haben es nie wirklich geglaubt“, ließen sie über den Kunsthändler ausrichten. Bei der Auktion am 21. Mai erreichten die beiden Containerfunde insgesamt 16.000 Pfund. Auktionator Ben Rogers Jones erklärte der BBC, es sei zwar ungewöhnlich, dass Kunstwerke weggeworfen werden, komme aber immer wieder vor. Die Vorbesitzer hätten sich nicht gemeldet – falls sie die Werke wiedererkannt haben, fehlen ihnen wahrscheinlich Dokumente, die sie als rechtmäßige Eigentümer ausweisen.

Rechtliche Grauzone beim Mitnehmen von Müllgegenständen

Das Mitnehmen von Gegenständen aus dem Müll ist auch in England und Wales eine rechtliche Grauzone, die theoretisch unter den sogenannten „Theft Act“ fallen kann. In diesem Fall scheint jedoch niemand Anspruch auf die Bilder erhoben zu haben, sodass das Ehepaar den Erlös behalten darf. Die Geschichte zeigt, dass sich manchmal ein genauerer Blick in den Müll lohnen kann – vor allem, wenn man ein Auge für Kunst hat.

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