Rosenmontag: Karneval trotzt Terror mit Satire-Wagen
Rosenmontag: Karneval trotzt Terror mit Satire-Wagen

In den rheinischen Rosenmontagszügen fahren nun doch Motivwagen zum Thema islamistischer Terror mit. In Düsseldorf gibt es laut der „Rheinischen Post“ vier Wagen, die zu den Anschlägen auf die Pariser Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ sowie den Attentaten in Kopenhagen Stellung beziehen. In Köln sind zwei Mottowagen zum Thema am Start. Der Beschluss des Festkomitees Kölner Karneval, das geplante Gespann zurückzuziehen, hatte im Januar für Kontroversen gesorgt.

Der Kölner Rosenmontagszug startete pünktlich um 10.11 Uhr. Eine umgestaltete Version des Wagens führt nun sogar den Kölner Zug an. Er zeigt einen gerodeten Buntstift-Wald, aus dem ein Stift mit der Aufschrift „Narrenfreiheit“ wächst, der von einem kölschen Clown gegossen wird. Davor liegt ein Teil der nicht fertiggestellten Figur des Attentäters des ursprünglich geplanten Wagens. „Damit hat der Clown mit der Narrenfreiheit gesiegt“, so das Festkomitee. Zugleiter Christoph Kuckelkorn sagte dem „Express“, der Clown, der die Meinungsfreiheit pflegt, sei das Symbol dafür, „dass wir jetzt und in Zukunft den Finger in die Wunden legen und auf kölsche Art dem Zeitgeschehen den Narrenspiegel vorhalten werden“.

Im Düsseldorfer Zug, der um 12.30 Uhr begann, zeigt einer der vier Wagen laut „Rheinischer Post“ zwei aggressive Skelette mit den Aufschriften IS und Al-Kaida, die ihre Kräfte beim Armdrücken messen. Ein anderer thematisiert den Irak-Krieg, der das Gespenst IS gebiert. Ein weiterer Wagen werde zunächst verhüllt auf den Weg geschickt und vermutlich im Verlauf des Umzuges enthüllt. Die Entwürfe stammen von Wagenbauer Jacques Tilly. Das Comitee Düsseldorfer Carneval und Tilly wollten deutlich machen, dass Narren die Meinungsfreiheit verteidigen müssen.

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Mit einem eigenen Motiv-Wagen haben die Düsseldorfer Narren an die Anschläge auf „Charlie Hebdo“ erinnert. Der Wagen zeigte einen kopflosen Mann auf der Flucht vor einem Maskierten, der ein bluttropfendes Schwert schwingt. Aus dem offenen Hals des Flüchtenden mit dem Magazin in den Händen kommt die Spruchblase „Satire kann man nicht töten“. Anders als in Köln bleiben die Düsseldorfer Wagenmotive bis Rosenmontag traditionell geheim.

Am Sonntag war der Karnevalsumzug in Braunschweig kurz vor dem Start nach Hinweisen auf einen möglichen Terrorakt abgesagt worden. Die Polizei in Köln, Düsseldorf und Mainz sah jedoch auch am Montag weiterhin keine besondere Gefahr. Die Einsatzkräfte wollten aber besonders wachsam sein. „Wir sind gut vorbereitet“, sagte eine Polizeisprecherin in Köln.

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