„Dry Leaf“: Ein Film, der das Sehen neu definiert
„Dry Leaf“: Ein Film, der das Sehen neu definiert

Manchmal erkennt man mehr, wenn man nicht alles sieht. Dieser Gedanke verleiht dem deutsch-georgischen Spielfilm „Dry Leaf“ eine eigenwillige Schönheit. Regisseur Alexandre Koberidze, Absolvent der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), hatte bereits 2021 mit „Was sehen wir, wenn wir zum Himmel schauen?“ die Herzen der Filmfans erobert. Nun zeigt er mit „Dry Leaf“ erneut Mut zum unkonventionellen Erzählen.

Die Handlung: Eine Suche nach der Tochter

Die 28-jährige Fotografin Lisa ist verschwunden. Ihr Vater Irakli, gespielt von David Koberidze, dem wirklichen Vater des Regisseurs, macht sich auf die Suche. Zuletzt hatte Lisa den Auftrag, Fußballstadien und -plätze in ganz Georgien zu fotografieren. Irakli reist von Ort zu Ort, trifft unterschiedlichste Menschen und hört ihre Geschichten. Dabei entdeckt er die Schönheiten und Schattenseiten seiner Heimat.

Die Technik: Gedreht mit einem alten Mobiltelefon

„Dry Leaf“ wurde mit einem alten Mobiltelefon gedreht. Die Bilder sind durchweg verschwommen, vieles ist kaum zu erkennen. Doch genau das schärft den Blick auf das Wesentliche: die Verbundenheit des Protagonisten mit seinen Wurzeln. Das verlangt vom Publikum ein Höchstmaß an Konzentration und die Bereitschaft, sich ins Vage fallen zu lassen. Wer das kann, erlebt einen eigenwilligen Kunstgenuss, der zum Nachdenken über das eigene Woher und Wohin anregt.

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Der Titel: Eine Fußballmetapher

Koberidze ist Fußballfan, daher der Titel. „Dry Leaf“ bezeichnet eine spezielle Schusstechnik, bei der der Ball kurz vor dem Tor unberechenbar wie ein welkes Blatt auf den Rasen kommt. Dies beschreibt treffend den Verlauf der Reise des Vaters, auch wenn man es nicht wissen muss.

„Dry Leaf“ ist eine poetische Ode an die Liebe – die eines Vaters zu seiner Tochter und die des Regisseurs zu seiner Heimat. Der Film startet heute in den deutschen Kinos.

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