Der Berliner Christopher Street Day (CSD) hat offiziell seine Bewerbung für die Ausrichtung des World Pride im Jahr 2032 angekündigt. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, soll damit eine der größten internationalen Veranstaltungen der queeren Community nach Berlin geholt werden. „Der World Pride gehört zu den größten internationalen Veranstaltungen der queeren Community und verbindet politische Sichtbarkeit mit erheblichen Impulsen für Tourismus und queere Kultur“, begründete der CSD diesen Schritt.
World Pride: Ein globales Event mit politischer Botschaft
Der World Pride findet seit dem Jahr 2000 in verschiedenen Städten weltweit statt. Den Auftakt machte Rom. Im vergangenen Jahr war Washington Gastgeber, 2025 folgt Amsterdam, 2028 Kapstadt. Hunderttausende Menschen nehmen an den mehrtägigen Großevents teil, die neben Demonstrationen ein Festival mit kulturellem Programm und eine Menschenrechtskonferenz umfassen.
„Berlin hat als Stadt der Freiheit das Potenzial, den World Pride 2032 auszurichten“, sagte Marcel Voges vom Vorstand des Berliner CSD. Mit der Bewerbung wolle der Verein „einen gemeinsamen Prozess anstoßen, der das Wir-Gefühl in der Community und Stadtgesellschaft stärkt, Menschen zusammenbringt und starke Signale für Freiheit, Vielfalt und Demokratie in die Gesellschaft sendet“.
CSD fordert politische und finanzielle Unterstützung
Die internationale Sichtbarkeit, die ein solches Großevent mit sich bringe, sei jedoch kein Selbstläufer, betonte Voges. Ein World Pride in Berlin brauche „politische Entscheidungen, langfristige Investitionen und den klaren Willen, queeres Leben dauerhaft zu stärken“. Daher gehört die Forderung nach politischer und finanzieller Unterstützung für die Bewerbung zu den diesjährigen Kernforderungen des Berliner CSD, der am 24. und 25. Juli stattfinden wird – erstmals an zwei Tagen.
Mit Blick auf die Abgeordnetenhauswahl im Herbst fordert der Verein mehr Engagement für queere Menschen. Die künftige Landesregierung müsse die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen, „damit Berlin auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der queeres Leben sichtbar, sicher und selbstverständlich ist“, heißt es in der Mitteilung.
Konkrete Forderungen des CSD
- Schutz und Ausbau queerer Räume und Infrastruktur
- Mehr Sicherheit und Schutz vor queerfeindlicher Gewalt
- Sichtbarkeit und Vielfalt in Bildungseinrichtungen
- Ausbau queerkompetenter Gesundheitsversorgung
- Langfristige Finanzierung queerer Großveranstaltungen und ihrer Trägerstrukturen
„Berlin als Regenbogenhauptstadt zu halten und weiterzuentwickeln bedeutet, queeres Leben in all seinen Facetten zu stärken: durch mehr Sicherheit, starke Community-Strukturen, bessere Bildungs- und Gesundheitsangebote und langfristige Unterstützung für queere Infrastruktur“, erklärte Carolina Philipps vom CSD-Vorstand.
LSU Berlin unterstützt Bewerbung
Bereits Anfang März hatte die LSU Berlin, die Interessenvertretung queerer Menschen in der Union, die Bewerbung um den World Pride gefordert. Der World Pride würde „die Attraktivität Berlins für eine kaufkräftige, internationale Zielgruppe“ sichern und damit „nachhaltig Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel stärken“, hieß es damals. Zusammen mit Olympia, Expo und Internationaler Bauausstellung solle die Stadt als „führende Weltmetropole“ positioniert werden.
London bewirbt sich ebenfalls
Auch London hat Interesse an der Ausrichtung des World Pride 2032 angemeldet. Der London Pride gab im März bekannt, dass man sich erneut bewerben wolle – nachdem die britische Hauptstadt bereits 2012 den World Pride kurz vor den Olympischen und Paralympischen Spielen ausgerichtet hatte. Damit soll das 60. Jubiläum des ersten Christopher Street Days in London am 1. Juli 1972 gefeiert werden.
Sollte die Berliner Bewerbung erfolgreich sein, wäre der World Pride erstmals in Deutschland zu Gast. Die Entscheidung über den Zuschlag trifft der internationale Verband der CSD-Veranstalter „InterPride“.



