Berlin. Die Komische Oper blickt mit einem Baustellenkonzert in ihre bewegte Vergangenheit und eine ungewisse Zukunft. Während die Sanierung des traditionsreichen Hauses voranschreitet, droht das Projekt zum Dauerthema zu werden. Unter dem Motto „Baustellenklänge zwischen Abrissbirne und Aufbruchsstimmung“ erleben Besucher einen besonderen Abend voller Musik und Einblicke in die Bauarbeiten.
Ein Konzert der besonderen Art
Das Baustellenkonzert vereint musikalische Darbietungen mit Führungen durch das sanierte Gebäude. Die Gäste können hautnah erleben, wie die alte Bausubstanz mit moderner Technik verschmilzt. Künstlerinnen und Künstler der Oper präsentieren Werke, die eigens für diesen Anlass komponiert wurden. Die Klänge von Presslufthammer und Bohrern mischen sich mit Arien und Orchesterstücken – ein einmaliges Erlebnis.
Sanierung mit Hindernissen
Die Sanierung der Komischen Oper begann vor zwei Jahren und sollte ursprünglich 2027 abgeschlossen sein. Doch Verzögerungen beim Denkmalschutz und steigende Kosten setzen den Zeitplan unter Druck. Intendantin Susanne Moser betont: „Wir kämpfen für jedes Detail, aber die Herausforderungen sind enorm.“ Die Gesamtkosten belaufen sich inzwischen auf über 400 Millionen Euro.
Blick in die Zukunft
Trotz der Widrigkeiten bleibt die Stimmung optimistisch. Das Baustellenkonzert zeigt, dass Kultur auch im Rohbau möglich ist. Die Oper plant weitere Veranstaltungen während der Bauphase, um das Publikum bei der Stange zu halten. „Wir wollen zeigen, dass wir lebendig sind – auch wenn die Wände noch nass sind“, so Moser. Die Sanierung soll nach aktuellen Planungen Ende 2028 abgeschlossen sein.
Die Komische Oper ist bekannt für ihr innovatives Programm und ihre enge Verbindung zum Berliner Publikum. Seit ihrer Gründung 1947 hat sie sich immer wieder neu erfunden. Das Baustellenkonzert ist ein weiterer Schritt in diese Richtung – ein Symbol für den Aufbruch, der trotz aller Baustellen nicht aufzuhalten ist.



