Girocard: Ab Frühjahr 2027 In-App-Zahlungen und Whitelisting geplant
Girocard: In-App-Zahlungen ab Frühjahr 2027 geplant

Girocard wird digitaler: Neue Funktionen für Deutschlands meistgenutzte Karte

Die Girocard, in Deutschland oft noch als EC-Karte bezeichnet, soll mit zusätzlichen Anwendungsmöglichkeiten attraktiver werden. Ab dem Frühjahr 2027 werden In-App-Zahlungen möglich sein, wie Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung Girocard bei Euro Kartensysteme, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt mitteilte. „Wir sind in Gesprächen mit einigen großen Lebensmittelhändlern, was die Integration der Girocard in ihre Apps angeht“, so Kirsch. Die Neuerungen werden auch auf der Veranstaltung „DK Info“ in Berlin thematisiert.

Payback Pay und Whitelisting: Neue Bezahloptionen

Ein wichtiger Schritt ist die Integration der Girocard in Payback Pay. „Es ist kein Geheimnis, dass wir Payback Pay für die Girocard nutzbar machen wollen. Payback setzt momentan noch auf Lastschrift und Kreditkarte. Wir wollen da mit der Girocard auch eine Rolle spielen“, erklärte Kirsch. Zu den großen Partnern des Bonussystems gehören Aral, dm, Edeka und Thalia. Bei den In-App-Zahlungen werde es zudem eine Neuerung geben: „Wir führen ein Händler-Whitelisting ein. Das heißt, als Kunde kann ich einen Händler, bei dem ich öfter einkaufe, auf eine Whitelist setzen. Das ist dann ein vertrauenswürdiger Händler, bei dem ich nicht jede Transaktion noch zusätzlich authentifizieren muss.“

Buchungen und Alterskontrolle per Girocard

Voraussichtlich Anfang 2027 soll die Girocard auch für Buchungen von Mietwagen oder Hotelzimmern nutzbar sein. „Die Kartenausgeber, Sparkassen und Volksbanken, haben das bei sich schon in den Systemen umgesetzt“, sagte Kirsch. „Wir sind in Gesprächen mit allen Beteiligten und hoffen, dass wir Anfang nächsten Jahres so weit sein werden. Für Händler ist das definitiv günstiger als eine Kreditkartenlösung.“ Zudem soll die elektronische Alterskontrolle per Girocard, die seit Mitte 2023 an Zigarettenautomaten existiert, ausgeweitet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir da demnächst in den Markt kommen, denn es ist einfach vorteilhaft für Händler, das zu machen“, so Kirsch. Dies könnte auch beim Kauf von Alkohol an SB-Kassen oder Automaten zum Einsatz kommen.

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100 Millionen Girocards im Umlauf – Kosten stabil

In Deutschland sind rund 100 Millionen Girocards im Umlauf. Die Karte ist das am häufigsten genutzte bargeldlose Zahlungsmittel. Trotz der neuen Funktionen soll die Girocard nicht teurer werden: „Wir wollen die Kosteneffizienz auch mit den neuen Funktionen beibehalten“, betonte Kirsch. Die physische Plastikkarte bleibt vorerst erhalten, obwohl ein Trend zur Digitalisierung besteht. „Die physische Karte bleibt bis auf weiteres. Es gibt aber theoretisch die Möglichkeit, rein auf digitale Karten zu gehen, sofern die Karteninhaber dies wollen“, sagte Kirsch. „Ich weiß nicht, ob wir in 20 Jahren noch physische Karten haben, aber Stand jetzt haben wir sie.“

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