Im Volkspark Friedrichshain eskaliert die Grill-Situation: Rauchschwaden ziehen über die Danziger Straße, Müllberge türmen sich, und Anwohner fühlen sich von Lärm bis tief in die Nacht belästigt. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will nun mit einem Bündel an Maßnahmen gegensteuern. Dazu gehören zusätzliche Grillflächen in ganz Berlin und verstärkte Kontrollen.
Petition fordert „Ruhe, Sauberkeit und Sicherheit“
Anwohner haben eine Petition mit dem Titel „Ruhe, Sauberkeit und Sicherheit“ gestartet, die sich direkt an den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses richtet. Die aktuelle Nutzung stelle „eine massive und unzumutbare Belastung für Mensch, Tier und Natur dar“, heißt es darin. Bis zum 25. Juni kamen fast 9500 Unterschriften zusammen. Die Initiatoren fordern ein Ende der Zustände, die sie als „Grill-Notstand“ bezeichnen.
Bezirk will Grillflächen in ganz Berlin ausweiten
Bislang hielt sich das Bezirksamt zurück. In einer Mitteilung betont es, dass Grillen für viele Berliner „eine wichtige Form der sozialen Teilhabe“ sei, besonders für Menschen ohne Garten. Bisher ist das Grillen im Neuen Hain nur mit einer Plakette erlaubt, die 20 Euro kostet und maximal zehn Personen sowie Grillzeit bis 22 Uhr gestattet. Doch viele halten sich nicht an die Regeln. Der Bezirk will nun eine Vorlage in den Rat der Bürgermeister einbringen, um alle Bezirke zu verpflichten, zusätzliche Grillflächen auszuweisen. „Zusätzliche Grillflächen würden dazu beitragen, die Nutzung besser über das Stadtgebiet zu verteilen, Grünanlagen zu entlasten und gleichzeitig dem bestehenden Bedarf der Bevölkerung gerecht zu werden“, so die Begründung.
Ordnungsamt verstärkt Kontrollen
Das Ordnungsamt ist an Wochenenden bereits mit Streifen unterwegs, teils unterstützt von der Polizei. Sechs Verbundeinsätze mit dem Polizeiabschnitt 51 wurden durchgeführt, sieben weitere sind geplant. Seit Jahresbeginn wurden 133 Ordnungswidrigkeiten zum Thema Grillen im Volkspark festgestellt. Auch vom Ordnungsamt des Nachbarbezirks Pankow erhofft man sich Unterstützung. Doch die Kritik bleibt: Der SPD-Wahlkreisabgeordnete Tino Schopf sagt: „Regeln werden ignoriert, Hinweise bleiben wirkungslos und konsequentes Einschreiten ist nicht erkennbar. Aus meiner Sicht hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Situation nicht im Griff.“



