Meta stoppt umstrittenes Mitarbeiter-Tracking
Der Tech-Konzern Meta hat am Montag angekündigt, sein internes Tracking-Programm „Model Capability Initiative“ (MCI) vorübergehend auszusetzen. Das im April eingeführte Tool erfasste Mausbewegungen, Klicks und Tastenanschläge von Mitarbeitern in den USA, um künstliche Intelligenz zu trainieren. Hintergrund sind Medienberichte, wonach vertrauliche Mitarbeiterdaten für alle Meta-Angestellten zugänglich waren.
Datenleck und Untersuchung
Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Einsicht in entsprechende Dokumente genommen; zuvor berichteten „Business Insider“ und „Wired“ über den Vorfall. Meta bestätigte, den Vorwürfen mit einer Untersuchung nachzugehen. Unternehmenssprecherin Tracy Clayton erklärte: „Wir haben dieses Programm unter Berücksichtigung von Datenschutzvorkehrungen sorgfältig konzipiert. Obwohl wir derzeit keine Hinweise darauf haben, dass Meta-Mitarbeiter unberechtigt auf Daten zugegriffen haben, setzen wir es während der Untersuchung vorübergehend aus.“
Tool zeichnete noch am Montag auf
Eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle teilte Reuters mit, dass das Tool am Montagnachmittag noch immer Daten aufzeichnete. Clayton erklärte, die Aussetzung werde schrittweise umgesetzt und es werde einige Zeit dauern, bis das Programm für alle Nutzer eingestellt sei. Laut Reuters-Bericht, der sich auf Metas interne Dokumentation stützt, gehörten zu den offengelegten Daten „vollständige Eingabeaufforderungen und Transkripte, private Unterhaltungen, Personen- und Leistungsdaten sowie DSS-Vertraulichkeitsstufen (1–4)“. Bereits im Mai hatte Reuters berichtet, dass das Meta-Programm mehr Informationen sammelte als ursprünglich beschrieben und diese unverschlüsselt speicherte, was bei den Mitarbeitern Datenschutzbedenken auslöste.
Meta treibt KI-Integration voran
Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram treibt die Integration von KI in seine Arbeitsabläufe entschlossen voran. Mit Blick auf diese Technologie baut das Unternehmen auch seine Belegschaft um und argumentiert mit Effizienzsteigerungen. Die Aussetzung des MCI-Programms zeigt jedoch die Herausforderungen beim Umgang mit sensiblen Mitarbeiterdaten im Rahmen von KI-Trainingsinitiativen.



