Der indische Unternehmer Kunal Shah wird neuer Chef des Onlinedienstes WhatsApp. Das gab der Mutterkonzern Meta am Montagabend bekannt. Shah folgt auf Will Cathcart, der nach fast sieben Jahren an der Spitze zurücktritt. Parallel zu Shahs Einstieg investiert Meta 900 Millionen Dollar in Shahs Finanzdienstleister Cred und wird dort Minderheitsinvestor.
WhatsApp in stärkster Position
Cathcart erklärte seinen Rücktritt auf der Plattform X: „WhatsApp befindet sich in der stärksten Position, in der es je war – und das schien mir der richtige Moment zu sein.“ Er sei stolz, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Nachrichtenübermittlung zu mehr als drei Milliarden Menschen gebracht zu haben. Zuckerberg zufolge wird Cathcart im Unternehmen bleiben und „von Grund auf neue Produkte entwickeln.“
Shahs Werdegang und Pläne
Shah gründete Cred 2018 mit Erlösen aus dem Verkauf seiner Onlinehandelsfirma. Das Unternehmen ist stark gewachsen und zählt inzwischen rund 17 Millionen Nutzer. Es bietet Kredite, Vermögensverwaltung und Versicherungen an. Anlässlich seines Wechsels zu Meta schrieb Shah auf Instagram: „Ich ziehe mich aus der operativen Leitung zurück und bleibe weiterhin als Anteilseigner tätig. Mein Engagement ändert sich nicht. Nur meine Rolle.“ Seinen Posten bei Cred übernimmt interimistisch der bisherige Finanz- und Strategievorstand Miten Sampat.
Indien als Schlüsselmarkt
Mit mehr als 500 Millionen Nutzern ist Indien der weltweit größte Markt für WhatsApp. Shah sieht „immenses“ Wachstumspotenzial für den Dienst. Meta setzt darauf, dass Shahs Erfahrung beim Aufbau eines Verbraucher-Internetunternehmens in Indien die nächste Wachstumsphase von WhatsApp einleiten kann. Meta-Chef Mark Zuckerberg lobte Shahs „Builder-Mentalität“ und globale Perspektive.
Kein Datenzugriff für Meta
Shah betonte, dass Meta durch das Investment keinen Zugriff auf Daten von Cred-Nutzern erhalte. Die Beteiligung in Höhe von 900 Millionen Dollar macht Meta zum Minderheitsinvestor bei Cred, ohne operative Kontrolle auszuüben.



