Wer sich abends nur kurz einen Film oder eine Serie ansehen will, verliert oft schon vorher jede Menge Zeit. Eine neue Untersuchung zeigt jetzt, wie lange viele Nutzer tatsächlich durch Streaming-Angebote scrollen, bevor sie sich entscheiden – und bei jungen Menschen summiert sich das auf mehrere Tage pro Jahr.
Junge Nutzer verlieren fast fünf Tage
Dass die riesige Auswahl bei Netflix und anderen Streaming-Diensten die Entscheidung erschwert, ist keine Überraschung. Bereits eine Anfang 2025 veröffentlichte Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass das immer größere Angebot die Suche nach passenden Inhalten verlängert. Die Folge kann sogar zusätzlicher Stress sein.
Jetzt liefert die neue „Screens in Motion“-Studie von „TV Spielfilm“ konkrete Zahlen. Besonders auffällig: Menschen unter 29 Jahren verbringen hochgerechnet fast fünf Tage pro Jahr ausschließlich damit, nach einem passenden Film oder einer Serie zu suchen.
Suchzeit sinkt mit dem Alter
In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen dauert die Auswahl im Schnitt 19 Minuten pro Streaming-Sitzung. Wer – wie die Studie annimmt – täglich streamt, kommt dadurch auf insgesamt 4,8 Tage pro Jahr.
Mit zunehmendem Alter sinkt die Suchzeit deutlich. Teilnehmer zwischen 30 und 49 Jahren benötigen durchschnittlich 15 Minuten je Sitzung. Das entspricht 3,8 Tagen im Jahr. Bei den über 50-Jährigen sind es nur noch knapp acht Minuten – umgerechnet etwa zwei Tage jährlich.
Vorwissen spart Zeit
Auch zwischen Männern und Frauen gibt es einen kleinen Unterschied. Männer brauchen im Durchschnitt 15 Minuten, Frauen 13 Minuten, bis sie sich für einen Inhalt entscheiden. Hochgerechnet entspricht das 3,8 beziehungsweise 3,3 Tagen pro Jahr.
Hilfreich ist es offenbar, sich schon vor dem Streaming über einen Film oder eine Serie informiert zu haben. 68 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die Auswahl dadurch spürbar beschleunigt.
Für die Untersuchung befragte YouGov im März 2026 online knapp 2000 Menschen ab 16 Jahren. Erfasst wurden dabei nicht nur Filme und Serien, sondern sämtliche „Bewegtbildinhalte“. Dazu zählen unter anderem Dokumentationen, Reality- und Talkshows, Nachrichten, Sportübertragungen sowie kurze Videos auf YouTube und in sozialen Netzwerken.



