Schrecksekunde beim Großen Preis von Ungarn: Nur wenige Sekunden nach dem Start der MotoGP kam es zu einem heftigen Massen-Crash. Auslöser war der spanische Fahrer Jorge Martín (Aprilia), der in der ersten Kurve die Kontrolle über sein Motorrad verlor und über die Piste rutschte. In der Folge waren insgesamt fünf Fahrzeuge in den Unfall verwickelt.
Die beteiligten Fahrer und die Folgen
Neben Martín stürzten auch WM-Leader Marco Bezzecchi (Aprilia), Raul Fernandez, Fermin Aldeguer und Fabio Di Giannantonio. Für Bezzecchi, der als Tabellenführer ins Rennen gegangen war, bedeutete der Sturz das sofortige Aus. Die anderen Fahrer konnten das Rennen nicht fortsetzen. Martín selbst wurde nach Medienberichten zur Vorsorge ins Krankenhaus gebracht. Ersten Untersuchungen zufolge zog sich jedoch keiner der Beteiligten ernsthafte Verletzungen zu.
Strafe für Verursacher Martín
Die Rennkommissare belegten Jorge Martín für den folgenschweren Fehler mit einer Strafe: Beim nächsten Grand Prix muss der Spanier zweimal die Long-Lap-Penalty absolvieren. Diese Strafe wird ihn im Rennen Zeit kosten und seine Position gefährden.
Stimmen nach dem Rennen
Aprilia-Rennchef Massimo Rivola zeigte sich erleichtert: „Wir müssen in erster Instanz froh sein, dass sich kein Pilot ernsthaft verletzt hat. Ich möchte mich aber dennoch bei allen entschuldigen, die in diesen Crash involviert waren, auch bei Fermin und Diggia. Mit Marco konnte ich noch nicht ausführlich reden, für ihn ist es aber ebenfalls sehr wichtig, dass es keine Verletzungen gab.“
Francesco Bagnaia (Ducati), der das Rennen als Dritter beendete, äußerte sich zum Unfall: „Zum Glück hatte ich keinen besonders guten Start. Als ich dann zum ersten Mal bremste, sah ich plötzlich etwas mit enormer Geschwindigkeit ankommen. Es war Martín, der gefühlt doppelt so schnell unterwegs war. Vielleicht waren dort zwei Fahrer auf der Innenseite, und er ist übers Vorderrad gestürzt. Der neue Asphalt in Kurve 1 war jedenfalls sehr rutschig. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“
Sieger Marc Márquez (Ducati) feierte seinen 100. WM-Sieg und sagte: „Ich bin überglücklich. Es war ein teuer erkaufter Sieg, denn nach dem vergangenen Jahr hat sich alles verändert. Aber so ist der Sport: Von einem Tag auf den anderen kann sich alles wenden. Das habe ich bereits 2020 gelernt und dann noch einmal im vergangenen Jahr.“
Rennverlauf und Erkenntnisse
Das Rennen selbst wurde von Marc Márquez dominiert, der vor Pedro Acosta (KTM) und Francesco Bagnaia gewann. Bagnaia, der von Startplatz drei ins Rennen ging, erklärte seine Taktik: „Ich wusste von Anfang an, dass mein Rennen nicht gegen die ersten beiden Fahrer gehen würde. Deshalb habe ich versucht, in den ersten Runden dranzubleiben. Dann habe ich mir gesagt: 'Bleib ruhig.' Ich hatte mehr als drei Sekunden Vorsprung auf Platz vier und musste diesen Abstand nur verwalten. Das hat gereicht, denn heute hatte ich einfach nicht die Geschwindigkeit der beiden Fahrer an der Spitze. Und ehrlich gesagt hatte ich schon genug Glück, überhaupt unbeschadet durch die erste Kurve gekommen zu sein.“



