Alexander Zverev hat vor seinem ersten Härtetest im Achtelfinale von Wimbledon kuriose Einblicke in seinen Alltag gegeben. Der French-Open-Sieger und Olympiasieger von 2021 verriet, dass er abseits des Platzes „unfassbar viel Aberglaube“ habe. „Bei mir muss zum Beispiel alles unfassbar gerade stehen, die Schuhe müssen gerade stehen, die Zahnbürste muss immer gleich liegen und so was, also ich bin unfassbar sauber“, sagte der 29-Jährige bei Prime Video.
Sophia Thomalla reagiert auf Zverevs Marotten
Seine Lebensgefährtin Sophia Thomalla drehe „komplett durch“, meinte Zverev. „Wenn im Waschbecken da auch nur ein Tropfen ist, gehe ich abends immer vorm Schlafen und mache das ganze Waschbecken.“ Thomalla, die in Wimbledon wie zuletzt in Paris aus beruflichen Gründen nicht dabei ist, kommentierte die Aussagen auf Instagram mit einem Scherz: „Ich wusste bis zu unserer Beziehung gar nicht, dass Wasser im Waschbecken illegal ist.“
Zverev strebt Viertelfinal-Premiere an
Am Montag trifft Zverev im Achtelfinale auf den Tschechen Jiri Lehecka. Der Weltranglisten-Dritte will damit seine Viertelfinal-Premiere beim Rasenklassiker im Südwesten Londons schaffen. Bisher war bei Zverev im Achtelfinale von Wimbledon Endstation: 2017, 2021 und 2024 scheiterte er jeweils in dieser Runde. „Ich habe das Gefühl, dass das Turnier für mich dieses Jahr aus irgendeinem Grund gerade erst richtig losgeht“, sagte Zverev. „Ich bin zufrieden mit meiner aktuellen Position. Ich bin zufrieden mit meiner Spielweise. Natürlich möchte ich so weitermachen.“
Bisher ungefährdet durch die ersten Runden
Unaufgeregt und ungefährdet hat Zverev seine ersten drei Runden absolviert. Am Samstag besiegte er den US-Amerikaner Marcos Giron mit 6:2, 7:6 (7:4), 6:4. An sein Leistungslimit musste er nicht gehen. „Manchmal gehst du aus diesen Matches gestärkt hervor, weil du weißt, du hast wahnsinnig Luft nach oben“, meinte der Wimbledonsieger von 1991, Michael Stich, bei Prime.
Handy aus – Fokus auf Tennis
Eine Angewohnheit aus Paris behält Zverev bei: „Mein Handy ist aus“, berichtete er. Das werde sich auch bei den nächsten Grand-Slam-Turnieren nicht ändern. Der Paris-Triumph auf Sand wirkt sich auch auf Rasen aus. „Ich habe das Gefühl, da ist ein bisschen auch Selbstverständlichkeit dabei jetzt. Vielleicht ein bisschen arrogant, aber das ist auch positiv“, sagte der Hamburger. „Natürlich stärkt der Sieg bei den French Open das Selbstvertrauen. Natürlich ist das sehr hilfreich für mich.“
Gegner Lehecka: aggressiv und unberechenbar
Gegen Lehecka würde Zverev mit einem Sieg sein bestes Ergebnis in Wimbledon toppen. Der 24-jährige Tscheche sei „ein sehr aggressiver Spieler, jemand, der wirklich gar nichts zurückhält“, beschrieb Zverev seinen Kontrahenten. „Er ist jemand, der entweder unfassbar schlecht spielt oder unfassbar gut spielt.“ Da Lehecka drei Matches gewonnen habe, werde er davon ausgehen, „dass er wirklich sehr, sehr gutes Tennis“ zeige. „Ich glaube, das wird meine schwerste Challenge werden bis jetzt.“
Emotionale Ruhe als Trumpf
Mit bisher nur einem Satzverlust sparte Zverev Energie für die schwierigeren Aufgaben – auch emotional. Anders als noch vor einigen Jahren sei er mittlerweile „einer der ruhigsten Spieler“ auf der Tour geworden. „Ich zeige wenig positive Emotionen, wenig negative Emotionen. Ich versuche halt, immer bei mir zu bleiben.“ Der Australian-Open-Finalist von 2025 fühlt sich auch nach dem Trubel durch den French-Open-Sieg gerüstet. „Emotional wird man schon ein bisschen müde. Aber ich bin ja auch fast 30 Jahre alt“, sagte Zverev. „Ich weiß gewissermaßen, wie ich mit den größten Höhen und Tiefen umgehen muss.“ Zu einem Tief mit einem Achtelfinal-Aus soll es diesmal nicht kommen.



