Alexander Zverev hat bei den French Open den Erwartungen standgehalten und sich souverän ins Viertelfinale gekämpft. Der deutsche Tennisstar besiegte im Achtelfinale den niederländischen Lucky Loser Jesper de Jong mit 7:6 (7:3), 6:4, 6:1. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten zeigte sich der 29-Jährige zufrieden mit seiner Leistung. „Am Anfang war es etwas schwer, aber ich habe mich schnell gesteigert. Ich fühle, dass mein Spiel da ist“, sagte der Hamburger nach dem Match.
Zverev als Topfavorit nach Ausfällen der Konkurrenz
Durch das frühe Ausscheiden von Weltranglistenerstem Jannik Sinner und Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic sowie die verletzungsbedingte Absage von Titelverteidiger Carlos Alcaraz ist Zverev nun der große Titelfavorit in Roland Garros. Der Olympiasieger von 2021 trifft im Viertelfinale auf den spanischen Teenager Rafael Jódar, der gegen Pablo Carreño Busta einen 0:2-Satzrückstand noch in einen Fünfsatzsieg drehte. „Er ist ein sehr junger Spieler, unglaublich talentiert. Es wird eine schwere Herausforderung, aber ich muss mir selbst vertrauen und ich werde dafür bereit sein“, kommentierte Zverev seinen nächsten Gegner.
Kampf gegen die eigenen Dämonen
Das Match gegen de Jong begann für Zverev alles andere als ideal. Die Zuschauer auf dem Court Philippe Chatrier stimmten kurz vor dem ersten Aufschlag ein Geburtstagsständchen für den 26-jährigen Niederländer an, und Zverev leistete sich einige Fehler, vor allem mit der Vorhand. So lag er schnell mit 0:3 zurück. Erst im Tiebreak des ersten Satzes fand der Deutsche zu seinem Spiel. Nach einem erneuten 0:3-Rückstand schaltete er den Schalter um und holte sieben Punkte in Serie. „Die Psyche hat sich beruhigt, die bösen Dämonen haben sich jetzt erst mal verabschiedet“, analysierte Tennis-Ikone Boris Becker bei Eurosport.
Wetterumschwung und Leistungssteigerung
Im Vergleich zur ersten Turnierwoche hatte sich das Wetter um rund zehn Grad abgekühlt, die Sonne zeigte sich kaum. Im Tiebreak regnete es sogar leicht. Zverev, der für seinen kraftvollen Aufschlag warme Bedingungen bevorzugt, stellte sich mit zunehmender Spieldauer besser auf die Verhältnisse ein. Im zweiten Satz gelang ihm ein Break zum 6:4, und im dritten Durchgang war der Widerstand seines Gegners früh gebrochen. Nach 2:14 Stunden verwandelte der Hamburger seinen ersten Matchball.
Letzter Deutscher im Turnier
Mit diesem Sieg ist Zverev der letzte verbliebene deutsche Tennisprofi bei den French Open. Alle anderen acht im Hauptfeld gestarteten Deutschen sind bereits ausgeschieden. „Der letzte Mohikaner – das ist auch immer eine Bürde für ihn, dass er hier die deutsche Flagge weit bis in die zweite Runde tragen muss“, meinte Becker. Zverev selbst sieht sich bereit für die nächsten Herausforderungen und strebt seinen ersten Grand-Slam-Titel an.



