WM-Nacht: Kap Verde überrascht Uruguay, Ärger um Fairplay
WM-Nacht: Kap Verde überrascht Uruguay, Ärger um Fairplay

Kap Verde schreibt WM-Märchen fort

Der WM-Neuling Kap Verde hat für die nächste große Überraschung gesorgt. Nach dem 2:2 (1:2) gegen den zweimaligen Weltmeister Uruguay darf der weiter ungeschlagene Außenseiter auf das Erreichen der K.o.-Phase hoffen. Mit einem Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien können die Afrikaner das Weiterkommen aus eigener Kraft perfekt machen. Es wäre die vorläufige Krönung ihres WM-Märchens, das mit dem sensationellen 0:0 gegen Europameister Spanien begonnen hatte.

Spielverlauf und Fairplay-Kontroverse

Auch im Duell mit Uruguay wuchs der Außenseiter über sich hinaus. Vor 64.003 Zuschauern in Miami brachte Kevin Pina Kap Verde in der 21. Minute mit dem ersten WM-Tor der Landesgeschichte in Führung. Maxi Araujo (44.) und Agustin Canobbio (45.+6) drehten kurz vor der Pause die Partie für die enttäuschenden Südamerikaner, die mit einer katastrophalen Fehlerkette den Ausgleich durch Helio Varela (61.) begünstigten.

Ein Verstoß gegen den Fair-Play-Gedanken sorgte jedoch für große Aufregung. Beim Stand von 0:1 half Uruguays Stürmer Federico Viñas seinem Gegenspieler Telmo Arcanjo, der von einem Krampf geplagt am Boden lag. Als Viñas jedoch sah, dass sich seine Mannschaft eine aussichtsreiche Torchance herausspielte, ließ er den Kap-Verde-Spieler einfach liegen und lief mit in den Strafraum. Genau bei diesem Angriff in der 44. Minute fiel das Tor zum 1:1. „Mein Gegenspieler brauchte mich. Aber mein Team brauchte mich noch mehr“, rechtfertigte Viñas hinterher sein Verhalten.

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Kap Verdes Trainer Bubista zeigte sich verärgert: „Ich war verärgert über diese Szene. Denn Marcelo Bielsa lebt uns in jeder Pressekonferenz und in jedem Spiel Fair Play vor. Von ihm haben wir alle gelernt, was Fair Play bedeutet.“ Bielsa wurde 2019 mit dem Fair-Play-Preis der FIFA ausgezeichnet, nachdem er seine damalige Mannschaft Leeds United angewiesen hatte, ohne Gegenwehr ein Tor des Gegners Aston Villa zuzulassen. Nach dem Spiel fragte Bubista seinen Trainerkollegen, warum er diesmal nichts unternahm, erhielt aber offenbar keine Antwort.

Schlotterbeck-Verletzung: Noch keine Diagnose

Am Tag nach dem 2:1 der DFB-Auswahl gegen die Elfenbeinküste gab es noch keine Diagnose der Verletzung von Abwehrspieler Nico Schlotterbeck. Wie schwer die Blessur des Dortmunder Innenverteidigers am linken Fuß ist und welche Konsequenzen ihm für den weiteren WM-Weg drohen, soll erst heute im Team-Quartier in Winston-Salem bekanntgegeben werden. Fest steht, dass Julian Nagelsmann keinen Ersatzmann in sein Aufgebot berufen kann. Sollte Schlotterbeck ausfallen, müsste der Bundestrainer mit dem vorhandenen Personal auskommen; der Kader würde sich auf 22 Feldspieler und drei Torhüter reduzieren.

Ägypten feiert ersten WM-Endrundensieg

Angeführt von Stürmerstar Mohamed Salah hat Ägypten den ersten Sieg bei einer WM gelandet und damit einen riesigen Schritt in Richtung Sechzehntelfinale gemacht. Beim 3:1 (0:1) gegen Außenseiter Neuseeland in Vancouver steuerte Salah einen Treffer und eine Vorlage bei. Nach dem frühen Rückstand durch Finn Surman (14. Minute) glich Mostafa Ziko (58.) vor 52.497 Zuschauern aus. Danach traf Salah (67.) zur Führung und bereitete das dritte Tor durch den eingewechselten Trézéguet (82.) vor.

Belgien enttäuscht erneut – Fan-Zwischenfall

Nach einer Nullnummer gegen Iran wartet Belgien weiter auf den ersten Sieg bei diesem Turnier. Vor 70.317 Zuschauern im Los-Angeles-Stadion beendete der Favorit die Partie zu zehnt, nachdem Nathan Ngoy in der 66. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte. Der 23-Jährige fehlt seinem Team somit im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland. Am Ende konnte sich der WM-Dritte von 2018 bei seinem Torwart Thibaut Courtois bedanken, dass zumindest ein Zähler heraussprang. Der 33-Jährige von Real Madrid vereitelte mehrere gute Chancen der Iraner, die wie Belgien zwei Punkte haben.

Nach der Partie kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Ordnungspersonal. Wie die FIFA mitteilte, versuchte ein Mann, auf den Rasen zu gelangen. Er wurde von Ordnern aufgehalten und abgeführt. Der Mann trug ein Shirt mit einem Aufdruck der iranischen Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution, die von der FIFA verboten wurde.

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