Die Schweizer Nationalmannschaft hat mit einem souveränen 2:0 (1:0)-Sieg über Algerien im Sechzehntelfinale der WM in den USA, Kanada und Mexiko den Einzug ins Achtelfinale perfekt gemacht. Vor rund 50.000 Zuschauern im BC Place Stadium von Vancouver sorgten Breel Embolo (10. Minute) und Dan Ndoye (46. Minute) für die Treffer. Die Nati bleibt damit bei diesem Turnier ungeschlagen und darf weiter vom ersten WM-Viertelfinale seit 1954 träumen. In der Heimat verfolgten Tausende Fans das Spiel beim Public Viewing, obwohl der Anpfiff um 5 Uhr Schweizer Zeit erfolgte.
Manzambi und Embolo als „Manzambolo“
Schlüsselfigur des Spiels war erneut Johan Manzambi, der 20-jährige Profi des SC Freiburg. Mit einem Solo und dem anschließenden Assist leitete er den Führungstreffer durch Embolo ein. Die Schweizer Medien feierten das Duo bereits als „Manzambolo“. Embolo selbst zollte seinem Zuarbeiter großen Respekt: „Mit Johan zu spielen, ist sehr, sehr einfach. Ihm gehören 95 Prozent dieses Tores.“ Manzambi kommt bei dieser WM nun auf insgesamt drei Tore und zwei Vorlagen – eine bemerkenswerte Bilanz, zumal er in den ersten beiden Spielen nur als Einwechselspieler zum Zug kam.
Xhaka feiert 150. Länderspiel
Kapitän Granit Xhaka bestritt gegen Algerien sein 150. Länderspiel für die Schweiz und zeigte sich nach dem Sieg zufrieden: „Es war ein reifer Auftritt. Wir sind sehr glücklich. Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie mir den Tag noch einmal mehr versüßen können. Das haben sie gemacht.“ Der 33-Jährige lobte insbesondere Manzambi: „Er zeigt das jeden Tag im Training. Er will sich jeden Tag verbessern. Wenn man so eine Mentalität hat, kann man ganz große Dinge erreichen.“
Nächstes Spiel gegen Kolumbien oder Ghana
Das Achtelfinale bestreitet die Schweiz am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) erneut in Vancouver. Der Gegner wird entweder Kolumbien oder Ghana heißen – beides keine absoluten WM-Favoriten. Erst in einem möglichen Viertelfinale könnte es zum Duell mit Weltmeister Argentinien und Lionel Messi kommen. Die Schweiz hat bei den vergangenen fünf WM-Turnieren jeweils das Achtelfinale erreicht, scheiterte dort aber stets: 2006 gegen die Ukraine, 2014 gegen Argentinien, 2018 gegen Schweden und 2022 gegen Portugal.
Historischer Sieg und Wiedersehen mit Petkovic
Der Erfolg über Algerien war der erste K.-o.-Sieg der Schweiz bei einer WM seit 1938, wenngleich dies aufgrund des erstmals ausgetragenen Sechzehntelfinals mit 48 Teams relativiert werden muss. Zudem gab es ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic, der nun Algerien betreut. Petkovic war von 2014 bis 2021 für die Nati verantwortlich, konnte seine Kenntnisse jedoch nicht nutzen – die Algerier blieben zu harmlos.
Stammelf gefunden – Manzambi als Zehner
Die Schweiz scheint allmählich ihre beste Startelf für die großen Spiele gefunden zu haben. Manzambi besetzt die zentrale offensive Mittelfeldposition (Zehner) im 4-2-3-1-System, dahinter sichern ihn Xhaka und Remo Freuler ab. Die vakante Rechtsverteidiger-Position übernimmt Denis Zakaria, der gegen Algerien sein bislang bestes Turnierspiel machte. Trainer Murat Yakin dürfte diese Aufstellung auch im Achtelfinale beibehalten.
Manzambis Zukunft – Champions League oder Premier League?
Mit jeder herausragenden Leistung auf der WM-Bühne steigen die Begehrlichkeiten für Manzambi. Der SC Freiburg besitzt zwar einen Vertrag mit dem Juwel bis Sommer 2030, doch die Höhe der Ablösegebote dürfte nach dem Turnier deutlich anziehen. Manzambi gilt als Kandidat für die Champions League oder die Premier League. Während der WM will er sich mit den Spekulationen jedoch nicht befassen. Sein Fokus liegt ganz auf dem weiteren Turnierverlauf mit der Schweiz.



