Die Bundesliga kann sich auf einen neuen Super-Schiri freuen! Richard Hempel hat mit erst 28 Jahren den Sprung in die 1. Liga geschafft. Wie der DFB mitteilte, steigt der gelernte Sozialarbeiter zur neuen Saison auf. Viele Beobachter trauen Hempel zu, ein prägendes Gesicht zu werden.
Vergleich mit Deniz Aytekin
Die „Interessengemeinschaft Schiedsrichter“ vergleicht ihn mit Deniz Aytekin (47), der Ende der Spielzeit seine Karriere beendete. Und die scheint Ahnung zu haben, denn bereits vor der Saison sagte sie voraus, dass Hempel im vergangenen Jahr auf die Bundesliga vorbereitet werden würde und als ganz große Aufstiegshoffnung gelte. Da lag sie goldrichtig. Denn das Referee-Juwel meisterte die Prophezeiung und wurde den Erwartungen gerecht.
„Es ist viel Druck abgefallen - auch bei der ganzen Familie. Weil es da oben immer spitzer wird, viele Eindrücke auf einen einprasseln“, strahlt Hempel, der aus Großnaundorf (Landkreis Bautzen) stammt, im Podcast „Pressing“ der „DNN“.
Auftaktspiel in der 2. Bundesliga
So pfiff er bereits das Auftaktspiel der 2. Bundesliga 2025/26 zwischen Schalke und Hertha BSC Berlin (2:1). „Das war das Geilste, was ich je erlebt habe, meine Mutter war ziemlich aufgeregt. Und wir sind als Schiris ruhig durchgekommen, waren danach kein Thema“, meint der 1,99-Meter-Riese. Im Verlauf der Saison kämpfte er sich auch mit einer Muskel-Verletzung durch.
Wie Hempel auf den Aytekin-Vergleich reagiert
Was sagt er zu Vorschusslorbeeren als neuer Aytekin? „Das ist schon ganz schön krass. Ich finde den Vergleich tatsächlich unpassend. Deniz ist eine überragende Persönlichkeit. Ihn kopieren zu wollen, ist ohnehin falsch. Zumal er in einem unantastbaren Bereich ist und ich einfach froh bin, dass ich bereits von ihm lernen konnte.“
Aber es gibt Parallelen, die nicht nur in der Körpergröße (Aytekin 1,97m) liegen. Hempel gilt als kommunikationsstark, überzeugt mit Gestik und Mimik. Er ist ein klarer Chef auf dem Platz, bleibt dabei authentisch. Eine natürliche Autorität zeichnet ihn aus, weshalb er auch bei Rudelbildungen, Schauspieleinlagen oder Diskussionen die Kontrolle behält.
Guter Umgang mit den Stars
„Manchmal ist es auf dem Platz wie im Kindergarten“, erzählte er BILD bereits mal. Im Hauptberuf in der Familienhilfe in Dresden begleitet er Eltern und Kinder bei der Erziehung. Hempel: „Ich probiere, auch auf dem Feld ein offenes Ohr zu haben und eine Art zu finden, die für die Spieler cool ist. Aber manchmal lasse ich gar nicht mit mir reden, kann auch mal ausrasten und ihnen Paroli bieten.“
Schon jetzt hält er einen Rekord
Dieses Durchsetzungsvermögen braucht es - sowie den Mut, zu jeder Zeit klare Entscheidungen zu treffen. So hält Hempel bereits jetzt den Blitz-Wert für den schnellsten Platzverweis im deutschen Profifußball, stellte Fürths Noah König (23) letzten September nach 27 Sekunden runter.
„Auf den Rekord bist du nicht unbedingt stolz, weil man nicht unbedingt Rote Karte geben möchte und ich ihn wegen Notbremse schnell auf die Tribüne schicken musste. Das tut mir leid, aber war so regeltechnisch korrekt“, erklärt Hempel.
Er wuchs mit dem VAR auf, bringt das nötige Selbstbewusstsein mit, den Kölner Keller auch mal auszuhalten. Seine Arbeitsweise: „Ich will Dinge auf dem Platz lösen. Es klingt immer so, dass der Video-Assistent über uns steht, aber im Endeffekt ist er ein Teammitglied. Also ist er uns – rechtlich gesagt – unterstellt. Und ich bin der alleinige Entscheidungsträger.“
Mit diesen Eigenschaften könnte der erste sächsische Bundesliga-Schiri seit 32 Jahren auch in Aytekins Fußstapfen passen – die Schuhgröße dürfte es möglich machen. Hempel: „Ich habe eine 51. Das ist in allen Belangen schwierig.“ Er musste sich auch schon einen Spruch anhören: „Der DFB-Regelchef Lutz Wagner hat mal nach einem Spiel bei heftigen Regenfällen zu unserem Team gesagt, dank Richard Hempel der Platz wieder gut bespielbar. Danke fürs Vertikutieren.“ Jetzt freut sich der Bundesliga-Rasen...



