Nagelsmann vor WM-Freispiel gegen Ecuador: Druckfrei und auf Rekordjagd
Nagelsmann vor WM-Freispiel gegen Ecuador: Druckfrei und auf Rekordjagd

Julian Nagelsmann erlebt bei der WM in den USA ein Novum: Der Bundestrainer kann beim letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador am Donnerstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im Endspielstadion von East Rutherford ohne Ergebnisdruck aufstellen. Der Gruppensieg ist bereits fix, sodass es gegen Ecuador vor allem darum geht, im Sieg-Flow zu bleiben und ein kluges Personal-Management zu betreiben.

Personal-Rotation oder Totalumbau?

Nagelsmann steht vor der Frage, ob er die Startelf komplett umbaut oder nur punktuell rotiert. „Wir werden im Trainerteam diskutieren und mit Rudi (Völler), inwieweit wir was wechseln und die Belastung anpassen“, kündigte der 38-Jährige an. Das nur vier Tage später stattfindende Sechzehntelfinale gegen einen noch unbekannten Gruppendritten muss mitbedacht werden. „Alles andere wäre fahrlässig“, so Nagelsmann.

Spieler unter Druck – Kesseldruck geringer

Nadiem Amiri betonte nach dem Kraftakt gegen die Elfenbeinküste: „Wir Spieler haben so viel Druck auf dem Kessel bei den Spielen.“ Im Football-Stadion der NFL-Teams New York Giants und New York Jets fällt der Kesseldruck ausnahmsweise geringer aus. Dennoch ist das Ziel, im Flow zu bleiben und die Brust breiter werden zu lassen. „Um die ganz, ganz großen Ziele zu erreichen, müssen wir noch ein paar Prozente drauflegen“, sagte Sportdirektor Rudi Völler bei MagentaTV.

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DFB-Rekord winkt: 12 Siege in Serie

Gegen Ecuador winkt sogar ein DFB-Rekord: Zwölf Siege in Serie gelangen der Nationalelf erst einmal in ihrer über 100-jährigen Geschichte – von Mai 1979 bis Juni 1980 unter Jupp Derwall. 46 Jahre später kann Nagelsmann die Bestmarke egalisieren. „Der Trainer hat einen guten Plan“, berichtete Außenstürmer Jamie Leweling.

Ecuador unter Druck

Ecuador, immerhin Zweiter der WM-Qualifikation in Südamerika hinter Weltmeister Argentinien, steht nach nur einem Punkt und null Toren massiv unter Druck. Trainer Sebastian Beccacece steht bei den Fans erheblich in der Kritik. Die Mannschaft mit namhaften Akteuren wie Piero Hincapié (FC Arsenal), Willian Pacho (Paris Saint-Germain) oder Moisés Caicedo (FC Chelsea) zündet nicht. „Man kennt die Spieler, sie spielen auf höchstem Niveau in Europa. Es läuft gerade nicht so gut, aber sie sind immer noch gefährlich“, bemerkte Leweling und tönte: „Wir werden auf jeden Fall Lösungen haben, wie wir ihre Abwehrreihe durchbrechen und Tore schießen können.“

Deniz Undav als Messi-Jäger?

Nach seinen drei Treffern ist Deniz Undav voll dabei beim Wettballern der größten Torjäger, von Lionel Messi (5 Tore) über Kylian Mbappé (4) und Erling Haaland (4) bis zu Harry Kane (2) und Cristiano Ronaldo (2). Der Stuttgarter stand gerade mal 58 Minuten auf dem Platz. Stellt Nagelsmann seinen Super-Joker diesmal in die Startelf? Einiges spricht dafür, Kai Havertz oder Jamal Musiala eine Pause zu gönnen. Nagelsmann sagte: „Wir müssen schon auch im Rhythmus bleiben für unsere nächsten Aufgaben.“

Kluges Personal-Management

Für den verletzten Nico Schlotterbeck rückt Antonio Rüdiger ins Abwehrzentrum. Sinnvoll könnte es sein, Senkrechtstarter Nathaniel Brown oder den lange verletzten Felix Nmecha verschnaufen zu lassen. 17 von 23 Feldspielern hat Nagelsmann schon eingesetzt. Jetzt bietet sich die Chance, auch die Null-Minuten-Männer wie Angelo Stiller oder Nick Woltemade ins Turnier zu bringen. Woltemade hatte mit vier Toren in den letzten drei WM-Qualifikationsspielen großen Anteil an der Qualifikation. Auch Leon Goretzka würde von einem Startelfeinsatz profitieren. Nagelsmann betonte: „Alle Spieler im Kader sollen ihre Wertigkeit nicht nur hören, sondern auch spüren.“

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