Kylian Mbappé hat nach dem hart erkämpften Einzug Frankreichs ins WM-Viertelfinale gegen Paraguay eine unmissverständliche Kampfansage an die Konkurrenz gerichtet. Der Superstar von Real Madrid sprach Klartext über die schmutzige Spielweise seines Teams und erhöhte gleichzeitig den Druck auf Rekordhalter Lionel Messi.
„Hände in die Scheiße“ – Mbappé rechtfertigt harte Gangart
„Wenn wir unsere Hände in die Scheiße stecken müssen, werden wir unsere Hände in die Scheiße stecken. Sie dachten, dass wir kommen würden, um im Smoking zu spielen, dass wir nur kommen würden, um schöne Aktionen und Eins-Zwei zu machen“, sagte Mbappé nach dem mühevollen 1:0-Sieg. „Wir wissen auch, wie man schmutzigen Fußball spielt.“
Die Partie war von extrem harten Zweikämpfen, Beleidigungen und Rudelbildungen geprägt. Paraguays Torhüter Orlando Gill rechtfertigte die Gangart seines Teams: „Das ist Fußball. Wenn sie das nicht gewöhnt sind, was soll ich machen.“ Besonders umstritten war eine Szene, in der Paraguays Matías Galarza Mbappé abseits des Balles an die Schulter schlug, ohne eine Verwarnung zu erhalten. Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich kritisierte bei MagentaTV: „Es ist ein astreiner Schlag. Er hat nichts anderes vor, als den Spieler zu schlagen.“ Ittrich warf dem Unparteiischen Ilgiz Tantashev „Kontrollverlust“ vor und attestierte ihm die „schlechteste Leistung bei dieser WM“.
Mbappé jagt Messis Torrekord
Mbappé erzielte den entscheidenden Treffer per Elfmeter und liegt mit nun 19 WM-Toren nur noch einen Treffer hinter Rekordhalter Lionel Messi. Sollten Frankreich und Argentinien das Finale erreichen, könnte das Duell um den Titel auch zum Duell um den alleinigen Torrekord werden. Der 27-Jährige zeigte sich nach dem Spiel erleichtert, aber auch kampfeslustig: „Jeder spielt mit dem, was er hat. Es gibt im Fußball kein Richtig oder Falsch, sondern nur einen Weg: gewinnen.“
Die französische Zeitung „L'Équipe“ fasste den Abend mit den Worten „Provokationen, Stacheldraht und Schiedsrichterinkompetenz“ zusammen. Rayan Cherki zeigte sich unbeeindruckt: „Das interessiert mich nicht. Wir stehen im Viertelfinale.“
Nächste Hürde: Marokko
Am Donnerstag trifft Frankreich in Foxborough bei Boston auf Marokko. „Sie gehören zu den Besten der Welt. Man erreicht nicht mal einfach so ein WM-Viertelfinale“, sagte Trainer Didier Deschamps. Schon bei der WM vor vier Jahren trafen beide Teams im Halbfinale aufeinander, damals setzte sich Frankreich mit 2:0 durch. Marokko will Revanche. Mbappé kündigte an: „Ich glaube, Achraf Hakimi hat mir bereits eine Nachricht geschickt. Wir wissen, dass sie eine sehr starke Mannschaft sind, und wir werden unser Bestes geben, um unseren Weg fortzusetzen.“



