Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostjuk hat ihren Viertelfinalsieg bei den French Open gegen ihre Landsfrau Elina Switolina den Menschen in ihrer kriegsgebeutelten Heimat gewidmet. Nach dem Match, das sie mit 6:3, 2:6, 6:2 für sich entschied, zeigte sich die 23-Jährige emotional. „Wir hatten wieder eine sehr schwierige Nacht in der Ukraine, besonders in Kiew. So viele Menschen sind tot. Ich möchte dieses Match den ukrainischen Menschen widmen und ihrer Entschlossenheit“, sagte Kostjuk und fügte hinzu: „Slava Ukraini!“ Dann wischte sie sich ein paar Tränen aus den Augen.
Emotionaler Sieg unter dem Applaus der Zuschauer
Die Zuschauer im Stadion Philippe Chatrier reagierten mit tosendem und lang anhaltendem Applaus. Einige ukrainische Flaggen waren auf den Rängen zu sehen. Für Kostjuk war es der erste Einzug in ein Grand-Slam-Halbfinale überhaupt. Sie ist zudem die erste Ukrainerin, die im Semifinale von Roland Garros steht. Der Sieg war für sie nicht nur sportlich bedeutsam, sondern auch eine Botschaft an ihre Heimat, die weiterhin unter russischen Angriffen leidet.
Halbfinale gegen russische Gegnerin
Pikanterweise trifft Kostjuk im Spiel ums Finale ausgerechnet auf eine Russin. Die 19-jährige Mirra Andrejewa hatte sich kurz zuvor mit einem beeindruckenden 6:0, 6:3 gegen die Rumänin Sorana Cirstea durchgesetzt und zog damit zum zweiten Mal in ihrer Karriere in die Runde der besten Vier ein. Die Begegnung verspricht eine besondere Brisanz, da ukrainische Profis nach Matches gegen russische Spielerinnen auf den obligatorischen Handschlag am Netz verzichten.
Hintergrund: Raketenangriff in der Heimat
Bereits nach ihrem Auftaktmatch in Paris hatte Kostjuk öffentlich gemacht, dass nur hundert Meter vom Haus ihrer Eltern entfernt eine Rakete ein Gebäude zerstört habe. Auf der Pressekonferenz zeigte sie ein Handybild, das die Zerstörung dokumentieren soll. Sie betonte, dass sie versuche, wann immer möglich, an die Schrecken des Alltagslebens der Menschen in ihrer Heimat zu erinnern. Die Angriffe auf die Ukraine dauern an, auch in der vergangenen Nacht gab es wieder Raketenangriffe.
Das Halbfinale zwischen Marta Kostjuk und Mirra Andrejewa wird mit Spannung erwartet. Es ist nicht nur ein sportliches Duell, sondern auch ein Symbol für den anhaltenden Konflikt zwischen der Ukraine und Russland.



