Am 20. Januar 2024 holte Drittligist Viktoria Köln für 50.000 Euro Sidny Lopes Cabral (23) von Rot-Weiß Erfurt. Ein unspektakulärer Transfer, der sich zweieinhalb Jahre später als Volltreffer entpuppte: Lopes Cabral spielte als Nationalspieler Kap Verdes bei der WM 2026 und erzielte gegen Argentinien das bislang schönste Tor des Turniers – sogar Lionel Messi (39) war machtlos.
Vom Drittliga-Spieler zum WM-Helden
Marian Wilhelm, ein Jahr lang Co-Trainer bei Viktoria Köln, erinnert sich im Gespräch mit BILD: „Ich würde lügen, wenn ich sagen könnte, das konnte ich voraussehen. Aber er hat immer gezeigt, dass er ein besonderes Talent hat. Deswegen haben wir ihn damals aus Erfurt geholt.“ Lopes Cabral beeindruckte durch seine Beidfüßigkeit: „Man wusste bis zum Schluss nicht, welcher sein starker Fuß ist. Er hat sich das gefühlt vor dem Freistoß ausgesucht, mit welchem Fuß er schießt.“
Traumtor gegen Argentinien
Im WM-Sechzehntelfinale gegen Argentinien zeigte Lopes Cabral seine Schusstechnik: Beim 1:2-Rückstand zog er an der linken Strafraumkante nach innen und traf sehenswert in den rechten Winkel zum 2:2. Der Kunstschuss erwischte Messi und Co. eiskalt, doch Argentinien gewann nach 120 Minuten mit 3:2. Wilhelms Reaktion: „Ich habe heute Morgen direkt nach dem Aufstehen aufs Handy geschaut und gesehen, dass Sidney getroffen hat. Da freut man sich natürlich.“
Karrieresprung nach Portugal und Türkei
2025 wechselte Lopes Cabral ablösefrei von Viktoria zu CF Estrela Amadora. Laut BILD-Infos zeigten auch Bayer Leverkusen und die SV Elversberg Interesse. Anschließend schloss er sich Benfica an, bevor ihn Trabzonspor für sieben Millionen Euro verpflichtete. Viktoria Kölns Sportchef Franz Wunderlich erklärt: „Das ist ein Spieler mit einem unfassbaren Potenzial, der sich manchmal selber im Weg gestanden hat. Wir hatten noch ein bisschen Arbeit mit ihm, aber wir haben selten einen Spieler gesehen, der von der Veranlagung her beidfüßig schießt und flankt. Super Technik, gutes Tempo, guter Junge. Bei ihm musste es nur Klick machen.“
Viktoria Köln als Talentschmiede
Kurios: Lopes Cabral spielte bei Viktoria mit Said El Mala (19), der knapp den Sprung ins DFB-Aufgebot verpasste. Zudem stellt der Klub mit Youssef Amyn (22, Irak) einen weiteren WM-Fahrer. Wunderlich: „Die Anerkennung haben wir uns auch ein Stück weit erarbeitet die letzten Jahre. Also das macht uns auch unfassbar stolz.“



