Das Comeback von Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt ist perfekt. Fünf Jahre nach seinem freiwilligen Abschied kehrt der Österreicher zum zweiten Mal als Cheftrainer des Fußball-Bundesligisten zurück. Der 56-Jährige übernimmt die Nachfolge des Spaniers Albert Riera, von dem sich die Frankfurter nach nicht einmal vier Monaten getrennt hatten. Hütter, der die Hessen bereits von 2018 bis 2021 trainierte, erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029.
Ein Trainer mit Eintracht-Vergangenheit
Adi Hütter steht für mutigen Offensivfußball, Klarheit und Disziplin, wie Sportvorstand Markus Krösche betont: „Er hat bei seinen Stationen gezeigt, dass er temporeichen Umschaltfußball mit Ballbesitz vereinen kann. Wir sind überzeugt, dass wir die Eintracht gemeinsam weiterentwickeln können. Zudem ist es ein Vorteil, dass Adi die Strukturen, das Umfeld und Personen im und um den Club herum kennt und es keiner besonderen Eingewöhnungszeit bedarf.“
Hütter selbst sieht der Aufgabe mit großer Vorfreude entgegen: „Für mich ist es etwas ganz Besonderes und emotional, wieder Trainer der Eintracht zu sein. Die Zeit, die wir gemeinsam in Frankfurt hatten, hat mich geprägt und habe ich nie vergessen. Rückblickend hatte ich immer das Gefühl, noch nicht fertig zu sein.“
Tradition der Rückkehrer
Dass die Eintracht einen Trainer zurückholt, hat Tradition bei den Hessen. Hütter ist nach Paul Oßwald, Peter Szabo, Dietrich Weise, Jörg Berger, Dragoslav Stepanović, Karl-Heinz Körbel und Armin Veh schon der achte Coach, der eine zweite Chance am Main erhält. In seiner ersten Amtszeit hatte Hütter die Eintracht 2019 ins Europa-League-Halbfinale geführt. Sein freiwilliger Abgang zu Borussia Mönchengladbach im Sommer 2021 – trotz eines noch zwei Jahre gültigen Vertrages – verlief allerdings nicht ganz geräuschlos. Hütter verkündete den bevorstehenden Wechsel mitten in der Saison-Schlussphase, wofür er später kritisiert wurde. Die Eintracht stand zu diesem Zeitpunkt auf Rang vier, verspielte danach aber ein komfortables Sieben-Punkte-Polster und damit die Teilnahme an der Champions League.
Neustart in Frankfurt
Nun soll Hütter die Eintracht nach der ebenso kurzen wie stürmischen Riera-Ära wieder in ruhiges Fahrwasser und vor allem zurück auf die europäische Fußballbühne führen. Als Tabellen-Achter hatte Frankfurt in der abgelaufenen Saison einen internationalen Startplatz verpasst. Im Zusammenspiel mit Sportchef Krösche muss Hütter im Sommer eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellen. Kein leichtes Unterfangen – haben die Vereinsbosse doch einen personellen Neustart ausgerufen. „Wir werden einen großen Umbruch nicht nur erleben, sondern ihn diesmal auch wirklich wollen“, kündigte Vorstandssprecher Axel Hellmann unlängst an. Hütter war zuletzt in Frankreich bei der AS Monaco tätig, wo er im vorigen Oktober entlassen wurde. Nun kehrt er an seine alte Wirkungsstätte zurück, um ein neues Kapitel aufzuschlagen.



