Vuskovic-Sperre zwingt HSV zum Handeln
Die Nachricht schlug am vergangenen Wochenende ein wie eine Bombe: Mario Vuskovic, der Abwehrchef des Hamburger SV, wurde wegen einer positiven Dopingprobe für vier Jahre gesperrt. Der 21-jährige Kroate hatte nach einem Spiel im August 2022 gegen Eintracht Braunschweig eine verbotene Substanz im Blut. Nun muss der HSV die entstandene Lücke in der Innenverteidigung schließen.
Sportvorstand Jonas Boldt bestätigte gegenüber der Bild-Zeitung: „Wir arbeiten intensiv daran, einen adäquaten Ersatz zu finden. Die Saison ist lang, und wir brauchen in der Abwehr mehr Optionen.“ Der HSV hatte bereits im Sommer versucht, einen weiteren Innenverteidiger zu verpflichten, war aber nicht fündig geworden. Nun ist die Dringlichkeit gestiegen.
Gesucht: Ein bestimmter Spielertyp
Laut Bild hat der HSV einen ganz bestimmten Spielertyp für die Vuskovic-Nachfolge ins Auge gefasst. Gesucht wird ein linker Innenverteidiger, der mit dem linken Fuß spielt. Dieser soll das vorhandene Abwehrsystem ergänzen, in dem derzeit Sebastian Schonlau (rechtsfüßig) und Guilherme Ramos (ebenfalls rechtsfüßig) das Zentrum bilden. Ein Linksfuß würde für mehr Balance und bessere Spieleröffnung sorgen.
Boldt erklärte: „Wir achten darauf, dass der neue Spieler nicht nur von den fußballerischen Fähigkeiten, sondern auch von der Persönlichkeit her ins Team passt. Die Chemie muss stimmen.“ Der HSV hat noch bis zum 31. August Zeit, einen Transfer zu realisieren. Allerdings ist der Markt für Innenverteidiger mit Linksfuß begrenzt und teuer.
Mögliche Kandidaten und Finanzen
Die Bild berichtet von mehreren Namen, die auf der Liste des HSV stehen sollen. Dazu zählen unter anderem der 24-jährige Schweizer Cédric Zesiger (FC Zürich) und der 22-jährige Niederländer Sepp van den Berg (FC Liverpool, zuletzt an Schalke 04 ausgeliehen). Allerdings sind beide Spieler nicht ablösefrei zu haben. Der HSV müsste tief in die Tasche greifen, was angesichts des knappen Budgets schwierig werden könnte.
Boldt betonte jedoch: „Wir haben finanzielle Mittel für den Transfer. Es geht jetzt darum, den richtigen Spieler zu finden, der uns sofort weiterhilft.“ Der HSV hat aus den Abgängen von Vuskovic und anderen Spielern rund 10 Millionen Euro eingenommen, die nun reinvestiert werden können.
Auswirkungen auf die Saisonplanung
Der Verlust von Vuskovic wiegt schwer. Der Kroate war in der vergangenen Saison Stammspieler und galt als einer der besten Innenverteidiger der 2. Bundesliga. Trainer Tim Walter muss nun improvisieren. Im ersten Spiel nach der Sperre gegen den 1. FC Kaiserslautern (1:1) spielte der gelernte Sechser Jonas Meffert in der Innenverteidigung – eine Notlösung.
Boldt erklärte: „Wir sind zuversichtlich, dass wir bis zum Transferschluss einen geeigneten Kandidaten präsentieren können. Die Gespräche laufen auf Hochtouren.“ Bis dahin bleibt die Abwehr des HSV eine Baustelle, die dringend geschlossen werden muss, um die Aufstiegsziele nicht zu gefährden.



