Daniela Bleymehl: Drei Kinder, drei Comebacks und die Jagd nach Bestzeit
Daniela Bleymehl: Comeback nach drittem Kind

Die 37-jährige Weltklasse-Triathletin Daniela Bleymehl lebt mit ihrer Familie in Darmstadt und trainiert bereits um fünf Uhr morgens, während ihre beiden jüngsten Kinder noch schlafen. Ihr Alltag als Profisportlerin mit drei Kindern erfordert viel Improvisation – Interviews führt sie gelegentlich mit ihrer nicht einmal ein Jahr alten Tochter auf dem Schoß. „Am Rennwochenende habe ich natürlich schon ganz gerne eine gewisse Ordnung, aber dann stehen manche Sachen auf einmal da und 20 Sekunden später schon wieder woanders“, erzählt sie. Trotz aller Herausforderungen funktioniert am Ende alles.

Ziele für 2024: Bestzeit in Roth und Hawaii

In diesem Jahr will Bleymehl noch einmal angreifen. Die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii hat sie bereits gesichert, ein Zimmer ist gebucht. Zuvor steht jedoch die Challenge Roth an, der weltweit größte Langdistanz-Triathlon über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen. Acht Jahre nach ihrem Sieg dort strebt sie eine persönliche Bestzeit an, die derzeit bei 8:28:09 Stunden liegt. „Sportlich träume ich davon, mich selbst noch mal zu übertreffen und in Roth mein volles Potenzial abzurufen“, sagt sie. „Meine Voraussetzungen sind heute andere als früher, aber genau deshalb möchte ich meinen Kindern zeigen, dass Leidenschaft, harte Arbeit und große Ziele ihren Wert nie verlieren.“

Erfolgreiche Comebacks nach jeder Geburt

Bleymehl zählt seit Jahren zur Weltspitze im Langstrecken-Triathlon – auch dank ihrer Kinder. „Die Schwangerschaften geben einem auch eine Pause für den Kopf“, erklärt sie. Das ständige Streben nach maximaler Leistung könne sonst ausbrennen lassen. Ihre Karriere zeichnet sich durch schnelle Comebacks nach jeder Geburt aus: 2011 bekam sie ihren ersten Sohn, ein Jahr später wiederholte sie ihren Sieg beim Triathlon in Buschhütten. 2015 gewann sie den Ironman auf Mallorca. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes 2021 triumphierte sie 2022 beim Ironman in Südafrika und in Frankfurt. Im vergangenen Jahr brach sie die Saison wegen des dritten Kindes ab – und meldete sich 2024 mit einem Podiumsplatz in Südafrika und der Hawaii-Qualifikation zurück. „Sich selbst zu motivieren, aufzustehen nach Rückschlägen und Niederlagen, einfach immer weiterzumachen – das möchte ich auch vorleben und den Kindern mitgeben“, betont sie.

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Herausforderungen als Mutter und Profisportlerin

Ein so aufwendiger und kostenintensiver Sport mit Familienleben ist eine Herausforderung. Die Professional Triathletes Organisation (PTO) gewährt Athletinnen 15 Monate bezahlten Mutterschaftsurlaub, um finanzielle Sicherheit zu geben. Doch für Individualsportler ist Präsenz bei Sponsoren entscheidend – Wettkampfpausen sind hinderlich. Gerade in dieser Phase brauche man Unterstützung am meisten, so Bleymehl. Dennoch sind ihre Babypausen kurz, weil sie ihren Sport liebt und die verbleibende Karrierezeit nutzen will. Umso mehr will sie ihren erneuten Start in Roth genießen. 2018 gewann sie den Klassiker in einem dramatischen Finale mit nur neun Sekunden Vorsprung vor der späteren Ironman-Weltmeisterin Lucy Charles-Barclay. Roth-Rennleiter Felix Walchshöfer sagt: „Daniela inspiriert Menschen weit über ihre sportlichen Erfolge hinaus und ist ein absolutes Vorbild. Ihr Weg zurück nach Roth zeigt beeindruckend, wie gut sie als dreifache Mutter Leistungssport, Familie und große Ziele verbindet.“

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