35 Jahre lang hat BILD-Reporter Peter Wenzel den FC Schalke 04 begleitet – und eine offene Rechnung mit dem Fußball-Gott. Besonders schmerzhaft: der 19. Mai 2001, als Schalke nach einem 5:3-Sieg gegen Unterhaching vermeintlich Meister war, aber Patrik Andersson in der Nachspielzeit für den HSV den Ausgleich erzielte und den Titel an Bayern München brachte. „Ein Schuss, der ganz Schalke schockte, den Traditionsverein nach 4:40 Minuten im Himmel in die Hölle stürzen ließ“, schreibt Wenzel. Die Emotionen waren überwältigend: Spieler und Fans weinten, Trainer Huub Stevens (72) hatte Tränen in den Augen, Manager Rudi Assauer (†74) sagte: „Ab heute glaube ich nicht mehr an den Fußball-Gott!“
Der Beinahe-Titel 2007 und der Abstieg 2021
2007 hatte Schalke unter Trainer Mirko Slomka mit Stars wie Bordon, Rafinha, Lincoln und Kuranyi erneut die Chance auf die Meisterschaft. Doch am vorletzten Spieltag verlor das Team das Derby in Dortmund mit 0:2 und verspielte die Tabellenführung. „Ich war angefressen, aber nicht ernsthaft alarmiert – der Klub kriselte ja auf Königsklassen-Niveau“, erinnert sich Wenzel. Doch die größte Katastrophe folgte 2021: Schalke stieg mit nur 16 Punkten als Tabellenletzter ab – nach einer Saison mit fünf Trainern (Wagner, Baum, Stevens, Gross, Grammozis), 24 Niederlagen und einem 0:8-Debakel zum Auftakt in München. „Wie konnte eine traditionsreiche Fußball-Firma auf jeder Ebene so schlecht gemanagt werden?“, fragt Wenzel. Nach der entscheidenden 0:1-Niederlage in Bielefeld empfingen wütende Fans die Mannschaft und jagten einige Spieler um die Arena.
Sofortiger Wiederaufstieg und erneuter Abstieg
Zwar gelang unter Trainer Mike Büskens der sofortige Wiederaufstieg, doch in der folgenden Bundesliga-Saison scheiterte der Klassenerhalt erneut – unter anderem wegen des Trainer-Flops Thomas Reis. Wenzel appelliert an Sport-Boss Frank Baumann (50): „Jetzt darf nicht am falschen Ende gespart werden, Schalke muss nachhaltig in der Bundesliga bleiben. Sonst wird meine Rechnung mit dem Fußball-Gott ewig offen bleiben.“
Fazit: Eine offene Rechnung
Wenzel, gebürtiger Gelsenkirchener, gibt nicht auf: „Ich habe mit dem Fußball-Gott noch eine Schalke-Rechnung offen!“ Der Reporter hofft auf bessere Zeiten für den Traditionsverein, der seit 2001 auf den nächsten Meistertitel wartet.



