1860 München kündigt Investor Ismaik: Insolvenz droht
1860 München kündigt Investor Ismaik, Insolvenz droht

Der zwangsabgestiegene Traditionsclub TSV 1860 München steht vor einer ungewissen Zukunft. Nach dem Lizenzentzug für die Dritte Liga und dem daraus resultierenden Abstieg in die Regionalliga hat der Verein nun die Zusammenarbeit mit seinem Investor Hasan Ismaik beendet. Der Kooperationsvertrag mit Ismaiks Firma HAM International Limited wurde aus wichtigem Grund mit sofortiger Wirkung gekündigt, wie der Verein auf seinem Instagram-Kanal mitteilte.

Ismaik verweigert weitere Finanzspritzen

Investor Hasan Ismaik, der über seine Firma 60 Prozent der Anteile an der ausgegliederten KGaA hält, hat klargestellt, dass er vorerst kein neues Geld bereitstellen wird. In einer Stellungnahme gegenüber der Süddeutschen Zeitung betonte er: „Ich glaube, mittlerweile ist allen klar, dass es keine Lösung sein kann, Jahr für Jahr einfach nur neues Geld zur Verfügung zu stellen.“ Die eigentliche Frage sei, wie der Verein eine stabile Zukunft aufbauen wolle, die nicht jede Saison von Notfallfinanzierungen abhängig sei. Eine Insolvenz der KGaA, in die der Spielbetrieb ausgegliedert ist, sei möglich, würde aber das Startrecht in der Regionalliga nicht gefährden.

Finanzielle Schieflage nach Hauptsponsor-Rückzug

Der Rückzug des Hauptsponsors Die Bayerische, der nach dem Zwangsabstieg aus der Dritten Liga von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machte, hat eine Finanzierungslücke von rund 2,7 Millionen Euro verursacht. Diese Summe entspricht in etwa dem Betrag, der zur Lizenzerteilung benötigt worden war. Ein ähnlicher Fall ereignete sich bereits 2022 bei Türkgücü München.

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Stammverein übernimmt Spielrecht

Durch die Kündigung des Kooperationsvertrags verliert die KGaA ihr Spielrecht, das nun auf den Stammverein übergeht. Der TSV 1860 München soll laut BR24 bereits eine Zulassung vom Bayerischen Fußballverband (BFV) für die kommende Saison in der Regionalliga erhalten haben. Der Verein würde dann erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder als TSV München von 1860 e. V. antreten.

Juristische Auseinandersetzung möglich

Es ist unklar, ob die Kündigung rechtlich Bestand haben wird. Ismaik könnte juristisch dagegen vorgehen. Unter dem Instagram-Beitrag des Vereins sammeln sich kritische Stimmen, die eine Insolvenz befürchten, aber auch viele Unterstützer, die das Wirken des Investors kritisch sehen.

Hoffnungsschimmer durch Hauptsponsor

Der bisherige Hauptsponsor Die Bayerische hatte nach dem Zwangsabstieg sein Sonderkündigungsrecht genutzt, aber in einer Stellungnahme angedeutet: „Ob dies das Ende eines gemeinsamen Weges ist oder der Beginn eines echten Neuanfangs, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.“ Das Unternehmen schließt Gespräche nicht aus. Möglicherweise braucht es für diesen Neuanfang in Giesing das Ende von Hasan Ismaik.

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