Köln – Vladislav F. (22) wurde erst im April zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er ein illegales Autorennen auf der Autobahn verursachte, bei dem eine Mutter und ihre Tochter ums Leben kamen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Trotz der drohenden Gefängnisstrafe hat der Fußballverein SV Eintracht Hohkeppel den jungen Spieler nun verpflichtet – eine Entscheidung, die für heftige Diskussionen sorgt.
Kritik an der Verpflichtung
Die Mitteilung über den Neuzugang beim Verein aus der Mittelrheinliga sorgt im Internet für Aufregung. Auf seiner Vereinsseite erklärt der Klub: „Vor der Verpflichtung haben wir uns intensiv mit der Situation auseinandergesetzt und mehrere persönliche Gespräche mit Vladislav geführt. Diese Entscheidung wurde nach sorgfältiger Abwägung getroffen.“ Der Verein betont weiter: „Unabhängig von unserer sportlichen Entscheidung sind wir uns bewusst, dass bei dem tragischen Verkehrsunfall Menschen ihr Leben verloren haben und Familien bis heute mit den Folgen leben müssen.“
Gericht: Es war ein Verbrechen
Das Kölner Landgericht stellte jedoch klar, dass es sich nicht um einen tragischen Unfall handelte. Richter Tilman Müller sagte in der Urteilsbegründung: „Die Opfer sind nicht tragisch gestorben. Sie wurden Opfer eines Verbrechens.“ Es habe sich um ein klares Rennen gehandelt. „Es ging darum, wer am schnellsten ist. Es wurde billigend in Kauf genommen, dass jemand zu Schaden kommt.“ Vladislav F. hatte im Prozess bestritten, ein Rennen gefahren zu sein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der tödliche Unfall
Am 1. Dezember 2023 fuhren die Geografie-Studentin Ylvi Solmecke (23) und ihre Mutter Christina (49) nach einem Konzertabend mit ihrem VW Polo auf der A 555 bei Köln nach Hause. Plötzlich kamen zwei Autos von hinten herangeschossen. Vladislav F. im Audi A5 und der Nachwuchs-Kicker Vinzent S. im Mercedes E400 D versuchten, mit über 200 Kilometern pro Stunde zu überholen. Dabei stießen die beiden Fahrzeuge zusammen, und der Audi krachte in das Heck des Polo. Durch die Wucht des Aufpralls kam es zu einer Explosion in dem Kleinwagen. Die beiden Frauen verbrannten im Wrack.
Verein verteidigt Entscheidung
Kevin Theisen, Sportdirektor des SV Eintracht Hohkeppel, sagte zu BILD: „Wir finden, dass der Junge eine zweite Chance verdient hat und bleiben trotz der Kritik bei der Entscheidung. Wir kennen Vladislav bereits seit vielen Jahren. Unser Kader ist so aufgestellt, dass wir, falls er die Haftstrafe antreten sollte, auch ohne ihn auskommen werden.“



