Fifa führt verbesserte Abseitstechnik ein: Digitale Zwillinge für WM 2026
Fifa führt verbesserte Abseitstechnik ein: Digitale Zwillinge

Die Fifa führt bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko eine weiterentwickelte halbautomatische Abseitstechnik ein. Diese soll Fehlentscheidungen der Schiedsrichter minimieren und das Spiel flüssiger gestalten. Im Rahmen des von der Fifa vorgesehenen Medien-Tages werden alle 26 Spieler der deutschen Nationalmannschaft vor ihrem ersten WM-Spiel gegen Curacao am 14. Juni in Houston gescannt. Der Vorgang dauert nur eine Sekunde. Die Technik erstellt daraufhin 26 digitale Zwillinge mit den exakten Körpermaßen von Kapitän Joshua Kimmich und seinen Teamkollegen.

Neue Funktionen der Abseitstechnik

Erstmals zur WM 2022 in Katar eingeführt, sendete die halbautomatische Abseitstechnik die Informationen über eine Abseitsposition an den Videoassistenten (VAR). Die Linienrichter waren angewiesen, ihre Fahne bei einer vermuteten Abseitsstellung erst nach Beendigung der Torsituation zu heben. Dies führte zu teilweise langen Wartezeiten für Spieler und Zuschauer sowie zu einem erhöhten Verletzungsrisiko, falls zwischen der Feststellung der Abseitsstellung und dem Torabschluss ein Foul mit Verletzungsfolge auftrat.

Bei der WM 2026 geht das Signal bei einer eindeutigen Abseitssituation direkt an die Schiedsrichter auf dem Platz. Die Linienrichter können sofort ihre Fahne heben, und der Schiedsrichter kann das Spiel unverzüglich mit einem Abseitspfiff unterbrechen. Johannes Holzmüller, Direktor Innovation bei der Fifa, weist jedoch auf die Grenzen der kamerabasierten Technik hin. In Situationen, in denen Spieler von anderen verdeckt werden oder sich mehrere Spieler auf engstem Raum befinden, kann die Technik an ihre Grenzen stoßen.

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Weitere technische Innovationen

Neben der verbesserten Abseitstechnik plant die Fifa den Aufbau einer Dateninfrastruktur, die alle 16 WM-Stadien direkt mit der zentralen Schaltstelle in Dallas verbindet. In allen Stadien werden je 16 Tracking-Kameras installiert, die pro Spiel Millionen von Daten sammeln. Wie die 26 DFB-Stars werden mehr als 1.200 Spieler aller 48 WM-Teilnehmer vor ihrem ersten WM-Spiel gescannt. Ihre Körpermaße werden in das halbautomatische Abseitssystem eingespeist.

Beim 3-D-Check mit Abseitslinien sehen die digitalen Avatare wie die echten Spieler aus, sodass sofort erkennbar ist, welche Spieler sich im Abseits befinden. Eine Echtzeit-Rekonstruktion des gesamten Spiels, die auch die Perspektiven der beiden Torhüter darstellt, soll ebenfalls bei der Entscheidungsfindung helfen. So kann erkannt werden, ob ein vermeintlich passiv im Abseits stehender Spieler dem Torhüter die Sicht auf den Schützen versperrt.

Zusätzliche Daten liefert ein Bewegungssensor im Spielball. Damit lässt sich besser erkennen, ob ein Spieler den Ball mit der Hand berührt hat oder nicht. Auch der genaue Moment, in dem der Ball den Fuß des Passgebers in Richtung eines möglicherweise im Abseits stehenden Mitspielers verlässt, kann exakt bestimmt werden. Mit der „Ball-out-of-Bounds“-Technologie wird zudem schnell geklärt, ob der Ball vor einem Treffer die Torauslinie überschritten hat, was zur Nichtanerkennung des Tores führen würde.

Was in der Bundesliga bereits zum Spiel-Alltag gehört, wird bei der WM erstmals von der Fifa eingesetzt: die Schiri-Body-Cam. Diese ermöglicht eine neue Perspektive auf das Spielgeschehen und kann bei strittigen Szenen zusätzliche Aufschlüsse bieten.

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