Union-Präsident Zingler: Männer-Meistertitel unrealistisch
Zingler: Männer-Meistertitel für Union Berlin unrealistisch

Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union Berlin, hat in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung seine Gedanken zur aktuellen Situation im deutschen Fußball geäußert. Dabei machte er deutlich, dass er den Männern des Vereins kaum noch Chancen auf den Meistertitel in der Bundesliga einräumt. Ganz anders sieht es bei den Frauen aus: Hier traut Zingler dem Team durchaus zu, eines Tages ganz oben zu stehen.

Zingler: „Bei den Männern ist es für uns nicht mehr möglich“

Der 60-jährige Vereinschef erklärte, dass er es wohl nicht mehr erleben werde, dass die Männermannschaft von Union am letzten Spieltag vor dem FC Bayern München auf dem ersten Platz steht. „Wir haben Entwicklungen im männlichen Profifußball, die kaum noch zu korrigieren sind“, so Zingler. Er kritisierte vor allem die Verteilung der finanziellen Mittel. „Wenn Einnahmen aus internationalen Wettbewerben dazu führen, dass man mit höchster Wahrscheinlichkeit im folgenden Jahr wieder international spielt, dann können viele Vereine in diese Tabellenregionen nicht mehr vordringen“, fügte er hinzu.

Kritik an der Geldverteilung im Profifußball

Zingler fehlt die Fantasie, wie diese Ungleichheit korrigiert werden könnte. Eine mögliche Lösung wäre seiner Meinung nach, dass internationale Erträge nur an Vereine ausgeschüttet werden, die nicht international spielen – und zwar europaweit. Er betonte, dass der Wettbewerb zunehmend von milliardenschweren Kapitalgebern geprägt sei. Die Folge: Der Club mit dem meisten Geld kann sich die meisten Fehler erlauben. „Ein fehlerhafter Transfer, selbst in Millionenhöhe, wird an bestimmten Standorten in Deutschland nicht zu Aufregung führen. Wir machen 190 Millionen Euro Umsatz, der FC Bayern München eine Milliarde. Was müssten die alles falsch machen, damit wir sie überholen könnten?“, fragte der Union-Präsident rhetorisch.

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Optimismus bei den Frauen

Im Frauenfußball sieht die Situation anders aus. Hier spielen die Geldflüsse aus internationalen Geschäften, Vermarktungs- oder TV-Erträgen noch eine kleinere Rolle. „Hier haben die eigenen vereinspolitischen und unternehmerischen Entscheidungen eine viel höhere Relevanz. Eine Vielzahl von richtigen Entscheidungen ermöglicht uns, bei den Frauen ganz vorne mitzuspielen. Bei den Männern ist es für uns nicht mehr möglich, Meister zu werden“, stellte Zingler klar.

Die Frauen des 1. FC Union Berlin beendeten ihre Premierensaison in der Bundesliga auf dem neunten Platz, während die Männer auf Rang elf landeten. Zingler bleibt dennoch optimistisch, dass die Frauen in Zukunft um den Titel mitspielen können.

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