Bundesliga-Star Péter Gulácsi hat auf dem BILD-Kindergesundheitsgipfel eine eindringliche Warnung ausgesprochen: „Wir dürfen unsere Kinder nicht ans Zocken verlieren.“ Der 36-jährige Torhüter von RB Leipzig betonte die immense Bedeutung von Bewegung für die kindliche Entwicklung – unabhängig von Talent.
Vom Bolzplatz zur Konsole
Früher inspirierten Helden wie Lothar Matthäus oder Diego Maradona Kinder zum Fußballspielen. Heute verbringen viele Jugendliche ihre Freizeit lieber vor dem Bildschirm. Nur noch etwa 15 Prozent der 11- bis 17-Jährigen bewegen sich ausreichend. Besonders alarmierend: 75 Prozent der Jungen und 90 Prozent der Mädchen steigen aus dem Leistungssport aus. Gulácsi erklärt: „Auf der Konsole mit Ronaldo und Messi zu spielen, ist viel einfacher, als selbst auf dem Platz zu stehen.“
WM 2026 als Chance
Die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko sieht der Ungar als große Gelegenheit, Kinder wieder für den Sport zu begeistern. „Dieses Turnier bringt Menschen zusammen und schafft Euphorie. Es wird neue Helden geben, die die Jüngsten motivieren“, so Gulácsi.
Gulácsi als Vorbild und Familienvater
Der Nationaltorwart engagiert sich leidenschaftlich in Camps und Kindertrainings. „Es ist wunderbar, wenn Kinder auf mich zukommen und Fragen stellen oder sich über Aufmerksamkeit freuen.“ Diese Liebe zum Sport versucht er auch seinen eigenen Söhnen (6 und 4 Jahre) zu vermitteln. „Meine Frau und ich haben festgestellt, dass die Kinder nach draußen müssen. Bewegung hilft gegen Überstimulation und macht glücklich.“
Medienkonsum mit Grenzen
Bei den Gulácsi-Kindern gibt es klare Regeln: Fernsehen ist nur am Wochenende für maximal 30 Minuten erlaubt. Beide Söhne spielen im Verein, wo sie Respekt und Teamgeist lernen. Der Torwart betont jedoch: „Sport kann auch Druck machen. Mein Großer ist manchmal traurig, wenn es nicht läuft. Aber wir dürfen die Verlierer nicht fallen lassen.“
Gefahren von Social Media und Gaming
Gulácsi selbst wuchs in einer fußballverrückten Familie in Budapest auf. Sein Vater war sein größter Fan. Heute sehen viele Eltern kaum Zeit für die Hobbys ihrer Kinder. „Stress und Arbeit sind große Herausforderungen, aber wir dürfen den Fokus nicht verlieren. Eltern tragen Verantwortung. Zocken statt sozialer Kontakte ist gefährlich“, warnt der Bundesliga-Star.
Der BILD-Kindergesundheitsgipfel fand am 2. Juni in Berlin statt und rückte die Bedeutung von Bewegung und gesunder Entwicklung in den Mittelpunkt.



