Die Füchse Berlin haben ihre Saison in der Handball-Bundesliga am Sonntagnachmittag mit einem triumphalen Sieg abgeschlossen. Im letzten Heimspiel der Spielzeit bezwang die Mannschaft von Trainer Nicolej Krickau die SG Flensburg-Handewitt vor 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit 43:38 (22:20). Mit diesem Erfolg sicherten sich die Berliner den Vizemeistertitel hinter dem SC Magdeburg und qualifizierten sich zudem für die kommende Champions-League-Saison.
Eine klare Ausgangslage vor dem Anpfiff
Bereits vor dem Spiel war die Situation eindeutig: Mit zwei Punkten Vorsprung und einer um 65 Treffer besseren Tordifferenz war die Position der Füchse kaum zu gefährden. Flensburg hätte einen Sieg mit mindestens 33 Toren Unterschied benötigt, um noch auf Platz zwei zu springen – ein Szenario, das es in der Geschichte der Handball-Bundesliga noch nie gegeben hat. Die Berliner gingen entsprechend entspannt in die Partie, was zunächst jedoch nicht von Vorteil war.
Fehlstart und Aufholjagd der Füchse
Flensburg erwischte einen Traumstart und zog früh auf 10:5 davon (10. Minute). Trainer Krickau reagierte mit einer Auszeit, um sein Team zu stabilisieren. In dieser Phase war es vor allem Welthandballer Mathias Gidsel, der die Berliner im Spiel hielt – er stand zur 22. Minute bereits bei zehn Treffern. Auch Lasse Andersson fand zunehmend besser ins Spiel, glich zum 18:18 aus (26. Minute) und leitete die Aufholjagd ein. Mit dem Halbzeitpfiff setzte Andersson Gidsel in Szene, sodass es 22:20 für die Füchse stand.
Starke zweite Hälfte und emotionale Abschiede
Nach der Pause präsentierten sich die Füchse in einer ganz anderen Verfassung. Neben Gidsel, der mit 18 Treffern eine Gala-Vorstellung zeigte, waren es zwei Spieler, die den Verein im Sommer verlassen werden, die die Hauptrollen übernahmen. Torwart Dejan Milosavljev hielt seinen Kasten mit 15 Paraden sauber, während Andersson in der Schlussphase nach Belieben traf. In der 57. Minute erhöhte der Däne auf 40:37 und setzte mit der Sirene den 43:38-Schlusspunkt. Es waren acht Treffer für Andersson – ausgerechnet in seinem letzten Bundesliga-Spiel im Füchse-Trikot.
Nach dem Schlusspfiff wurden fünf Spieler verabschiedet: Lasse Andersson, Dejan Milosavljev, Valter Chrintz, Lukas Herburger und Nejc Cehte. Füchse-Präsident Frank Steffel würdigte Andersson mit den Worten: „Als Lasse 2020 vom großen FC Barcelona nach Berlin kam, wussten wir, dass wir einen Weltklassespieler bekommen. Aber wir haben noch viel mehr bekommen: einen Charakter, einen Führungsspieler, der unsere jungen Spieler im Training jeden Tag besser gemacht hat.“
Anderssons emotionale Botschaft an die Fans
Andersson trat ans Hallenmikrofon und wurde immer wieder von „Lasse, Lasse“-Sprechchören unterbrochen. „Ich will einfach nur Danke sagen. Das ist ein Verein, wo alle zusammenstehen“, sagte der Däne. „Wir hatten sehr viele gute Momente, und nur ein paar schlechte. Danke an euch Fans, ihr wart immer dabei. Vielen Dank an die Leute im Verein, die man auch nicht jeden Tag im Fernsehen sieht und die einen tollen Job im Hintergrund machen.“ Mit Blick auf die Meisterbanner an der Hallendecke fügte er hinzu: „Wir haben hier jeden großen Titel oben hängen – aber einer fehlt. Den holen wir nächste Woche zusammen mit euch Fans!“
Milosavljevs bewegender Abschied
Auch Milosavljev wurde emotional verabschiedet. Präsident Steffel wandte sich direkt an den Serben: „Dejan war in sieben Jahren nicht nur einer der weltbesten Torhüter. Berlin ist zu deiner Heimat geworden.“ Milosavljev kam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern aufs Parkett. Sichtlich bewegt sagte er: „Vielen Dank für alles, liebe Füchse-Fans, liebe Füchse-Familie. Danke an alle auf der Geschäftsstelle, ich konnte jeden Tag genießen. Ich habe jeden Tag mit hundert Prozent trainiert und gespielt. Ich hoffe auf das nächste Wochenende!“ Zum Abschied fügte der 30-jährige Torhüter hinzu: „Ich denke, wir sehen uns noch einmal in der Zukunft.“
Blick nach vorn: Das Final Four in Köln
Der Fokus richtet sich nun auf das Kölner Final Four der Champions League. Am kommenden Samstag treffen die Füchse im Halbfinale auf den SC Magdeburg. Sollten sie den Meister bezwingen, wartet im Finale am Sonntag entweder der FC Barcelona oder Aalborg Handbold. Trainer Nicolaj Krickau zeigte sich zuversichtlich: „Jetzt sind wir bereit für nächste Woche.“ Gidsel, der mit 317 Saisontreffern zudem Torschützenkönig der Bundesliga wurde, ergänzte: „Wir gehen da rein mit Selbstvertrauen – und können es Magdeburg richtig schwer machen.“



