New York/Berlin – Die Bewerbung Deutschlands um einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat ist gescheitert. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erlitt eine herbe Niederlage. Doch woran lag es? Eine Analyse von Christian Kerl, Korrespondent.
Das Nahost-Problem
Ein Hauptgrund war die als zu israelfreundlich wahrgenommene Haltung Deutschlands im Nahostkonflikt. Viele Staaten warfen Berlin mangelnde Neutralität vor.
Fehlende Unterstützung aus Europa
Selbst innerhalb der EU fehlte es an geschlossener Rückendeckung. Frankreich und andere Länder unterstützten andere Kandidaten.
Mangelnde diplomatische Vorarbeit
Die deutsche Diplomatie hatte zu spät mit der Lobbyarbeit begonnen. Viele Länder fühlten sich übergangen.
Konkurrenz aus dem Globalen Süden
Staaten wie Brasilien oder Indien, die ebenfalls um einen Sitz kämpften, hatten bessere Beziehungen zu afrikanischen und asiatischen Ländern.
Fehler in der Kommunikation
Die deutsche Außenpolitik unter Merz wirkte oft sprunghaft und unkoordiniert. Dies schreckte potenzielle Unterstützer ab.
Verpasste Gelegenheiten
Bei wichtigen Abstimmungen in der UN-Generalversammlung hatte Deutschland zuvor nicht die nötige Mehrheit gesichert.
Verantwortung bei Merz
Letztlich trägt der Kanzler die politische Verantwortung. Sein Führungsstil und die außenpolitische Strategie werden nun kritisch hinterfragt.
Das Debakel zeigt: Deutschlands Anspruch auf mehr internationale Verantwortung muss durch klare diplomatische Arbeit untermauert werden.



