Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den früheren Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Das Staatsoberhaupt würdigte Gabriel im Berliner Schloss Bellevue als überzeugten Europäer und betonte seine Verdienste um die deutsch-amerikanischen Beziehungen.
Gabriel als Brückenbauer in schwierigen Zeiten
Seit 2019 ist Gabriel Vorsitzender des Vereins Atlantik-Brücke, der sich der Förderung der transatlantischen Beziehungen widmet. Steinmeier hob hervor, dass Gabriel in dieser Funktion für den Dialog stehe, der in Zeiten der Abwendung der US-Regierung von Europa wichtiger denn je sei. „Gerade jetzt, wo sich die US-Regierung abwendet von Europa, von der europäischen Nachkriegsordnung, die die USA so entscheidend geprägt haben, ist diese Arbeit – davon bin ich überzeugt – wichtiger denn je“, sagte Steinmeier.
Eine beeindruckende politische Karriere
Der 66-jährige Gabriel blickt auf eine lange Karriere auf Bundes- und Landesebene zurück. Nach vier Jahren als niedersächsischer Ministerpräsident um die Jahrtausendwende war er im Bund als Minister für Umwelt, Wirtschaft und als Außenminister tätig. Von 2013 bis 2018 bekleidete er das Amt des Vizekanzlers, von 2009 bis 2017 war er SPD-Vorsitzender.
Weitere Auszeichnungen für herausragende Persönlichkeiten
Neben Gabriel wurden mehrere weitere Persönlichkeiten mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Die frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erhielt die Auszeichnung für ihren Einsatz für Freiheit und Rechtsstaat sowie ihren Kampf gegen Antisemitismus. Der frühere Präsident des Bundes der Vertriebenen und heutige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Bernd Fabritius, wurde für seine Brücken der Versöhnung gewürdigt.
Ralf Fücks, langjähriger Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung und Gründer der Denkfabrik Zentrum Liberale Moderne, wurde als Kämpfer gegen autoritäre Kräfte und Unterstützer der Ukraine ausgezeichnet. Die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer (CDU), erhielt das Bundesverdienstkreuz für ihr Engagement für auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sowie ihren Einsatz für Migranten.



