Spionage-Alarm in Schleswig-Holstein: 100 Fälle binnen eines Jahres
Spionage-Alarm in SH: 100 Fälle binnen Jahres

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der Spionage- und Sabotagefälle innerhalb eines Jahres drastisch erhöht. Wurden im Jahr 2024 lediglich drei solcher Taten registriert, stieg die Anzahl im Berichtsjahr 2025 auf 100 Fälle. Dies gab Innenministerin Magdalena Finke (CDU) bei der Vorstellung des aktuellen Verfassungsschutzberichts bekannt.

Drohnenflüge und Agententätigkeiten im Fokus

Besonders häufig verzeichneten die Behörden Drohnenflüge sowie Verdachtsfälle von Agententätigkeiten, die auf Sabotage abzielten. So wurden beispielsweise militärische Einrichtungen ausgespäht. Die Ministerin betonte, dass Phänomene wie sogenannte „Wegwerf-Agenten“, Drohnensichtungen oder Phishing-Kampagnen die wachsende Bedeutung hybrider Bedrohungen für den Staat, die Infrastruktur und die Gesellschaft verdeutlichen.

Personelle Verstärkung und neues Abwehrzentrum

Als Reaktion auf diese Entwicklung sollen der Verfassungsschutz und die Landespolizei personell weiter gestärkt werden. Zudem wird noch in diesem Monat das „Gemeinsame Abwehrzentrum Hybrid“ eingerichtet, eine Bund-Länder-Struktur, die einen bundesweiten Gesamtüberblick sowie ein abgestimmtes Lagebild gewährleisten soll, so Finke.

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„Wegwerf-Agenten“: Eine neue Gefahr

Die Ministerin erklärte, dass es sich bei „Wegwerf-Agenten“ um Personen handelt, die mit geringen finanziellen Mitteln dazu verleitet werden können, Straftaten gegen kritische Infrastrukturen im Interesse fremder Mächte zu begehen – teilweise sogar nur einmalig. „Das Wesen eines Spionageangriffes ist es, möglichst lange unentdeckt zu bleiben“, betonte sie. Daher gehen die Behörden von einem großen Dunkelfeld bei den Fällen aus.

Allzeithoch bei politisch motivierter Kriminalität

Neben der Spionage verzeichnete Schleswig-Holstein auch einen Anstieg politisch motivierter Straftaten. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 2.822 solcher Taten registriert, verglichen mit 2.677 im Jahr 2024. Das entspricht einer Steigerung von 5,4 Prozent und stellt ein Allzeithoch der Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität in Schleswig-Holstein dar. Die Zahl der Gewaltdelikte sank hingegen um 23 auf 130 Fälle.

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