Trainer José Mourinho zieht vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), um gegen Sanktionen aus seiner Zeit bei Fenerbahçe Istanbul vorzugehen. Der portugiesische Starcoach sieht sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verletzt, wie aus einer aktuellen Sachverhaltsdarstellung des Gerichts hervorgeht. Bereits im März 2025 hatte Mourinho Beschwerde gegen eine Strafe des türkischen Fußballverbandes TFF eingelegt. Diese war Ende 2024 wegen angeblich unsportlicher Äußerungen verhängt worden.
Hintergrund der Sanktionen
Nach einem 3:2-Sieg gegen Trabzonspor hatte Mourinho öffentlich den Videoassistenten (VAR) scharf kritisiert und ihn sarkastisch zum „Man of the match“ gekürt. Er erklärte damals, er wolle diesen Schiedsrichter nie wieder im Einsatz sehen. Zudem behauptete der Trainer, Fenerbahçe werde systematisch benachteiligt. Die türkische Liga „rieche schlecht“, so Mourinho, und internationale Fans hätten keinen Grund, sie zu verfolgen. Hinzu kam, dass Mourinho mehrfach provokativ in Richtung der gegnerischen Fans gejubelt hatte. Die Disziplinarkommission verhängte daraufhin eine Spielsperre sowie zwei Geldstrafen in Höhe von insgesamt rund 11.600 Euro.
Mourinhos Rügen gegenüber dem Verband
Mourinho macht nun geltend, dass der Streit nicht von einem unabhängigen und unparteiischen Gericht entschieden worden sei. Zudem sei ihm die begründete Entscheidung des Verbandes nie zugestellt worden. Der EGMR erklärte die Beschwerde für zulässig und übermittelte den türkischen Behörden Fragen zu dem Fall. Weitere Sanktionen folgten später: Im Februar 2025 erhielt Mourinho wegen Rassismusvorwürfen eine Sperre von zwei Spielen und eine Geldstrafe von 14.200 Euro. Zwei Monate danach wurde er nach einem Griff ins Gesicht von Galatasaray-Trainer Okan Buruk für drei Spiele gesperrt und zu 7000 Euro Geldstrafe verurteilt.
Mourinhos Karriere nach Fenerbahçe
Mourinho hatte Fenerbahçe im Juni 2024 übernommen, wurde jedoch bereits im August 2025 entlassen. Zuletzt trainierte er Benfica Lissabon, das er in der abgelaufenen Saison auf Rang drei führte. Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Mourinho zur neuen Saison ein zweites Mal Trainer von Real Madrid werden soll. Demnach habe er bereits einen Vertrag bis 2029 unterschrieben. Die Entscheidung des EGMR über die Zulässigkeit der Beschwerde wird mit Spannung erwartet.



