Die Spannungen zwischen Iran und Israel haben eine neue Eskalationsstufe erreicht. Am späten Sonntagabend feuerte der Iran erneut Raketen auf Israel ab, woraufhin die israelische Luftwaffe Ziele im Iran angriff. Die Ereignisse überschlagen sich: Explosionen in Teheran, steigende Ölpreise und diplomatische Manöver der USA prägen das Geschehen.
Iranische Raketen auf Israel – Israelische Vergeltung
Das israelische Militär bestätigte, dass der Iran Israel mit Raketen beschoss. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung zu neutralisieren. Nach Angaben des Militärs wurden bislang alle iranischen Raketen abgefangen, der Beschuss sei jedoch noch nicht beendet. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, sie hätten den Luftwaffenstützpunkt Ramat David mit ballistischen Raketen attackiert. Als Grund nannten sie die israelischen Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon und die Nichteinhaltung der Waffenruhe durch die USA und Israel.
Kurz darauf griff Israels Luftwaffe Ziele im Iran an. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr meldete Explosionen in der Hauptstadt Teheran. Zudem sperrte der Iran den Luftraum im Westen des Landes aus Sicherheitsgründen.
Ölpreise steigen deutlich
Die Eskalation trieb die Ölpreise in die Höhe. Ein Barrel Rohöl der Sorte Brent kostete am Montagmorgen 95,51 US-Dollar – ein Plus von 2,6 Prozent. Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus belasten weiterhin die globalen Ölmärkte. Das Ölkartell Opec+ erhöhte trotzdem die Förderziele, obwohl einige Mitglieder ihr Öl nicht verschiffen können.
Trump fordert Verzicht auf Gegenschläge
US-Präsident Donald Trump drängt Israel darauf, auf Vergeltung zu verzichten. Laut Medienberichten kündigte Trump ein Telefonat mit Premierminister Benjamin Netanjahu an, um ihn zu einer Zurückhaltung zu bewegen. „Israel hat genug reagiert“, zitierte der israelische Sender Kan Trump. Der US-Präsident zeigte sich verärgert über die israelischen Angriffe auf Beirut, betonte aber, man stehe kurz vor einer Einigung mit dem Iran. Er forderte den Iran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
Gleichzeitig drohte der oberste iranische Unterhändler Mohammad Bager Ghalibaf mit Angriffen auf US-Ziele, falls die USA ihre Seeblockade gegen den Iran nicht aufheben. Trump wiederum schloss eine Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte ohne Friedensabkommen aus.
Luftraumsperrungen und Grenzschließungen
Der Irak und Syrien sperrten ihren Luftraum vorübergehend, um die Sicherheit des zivilen Flugverkehrs zu gewährleisten. Israel schloss nach den iranischen Angriffen die Grenzübergänge in den Gazastreifen, darunter den Rafah-Übergang und Kerem Schalom. Die israelische Cogat-Behörde betonte, die humanitäre Lage sei nicht betroffen, da ausreichend Lebensmittel vorhanden seien.
Internationale Reaktionen und Ausblick
Die USA fordern vom Iran Zugang für die IAEA zu den bombardierten Atomanlagen. Israel droht mit einer harten Reaktion. „Der Iran kann vergessen, dass wir das hinnehmen werden – die Reaktion wird hart ausfallen“, zitierte das Nachrichtenportal ynet einen israelischen Regierungsvertreter. Die Lage bleibt angespannt, und die Weltgemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.



