Vier von fünf Hunden haben Zahnprobleme: Risiko für Herzkrankheiten steigt
Zahnprobleme bei Hunden: Risiko für Herzkrankheiten

Vier von fünf Hunden haben Zahnprobleme – und die können weit mehr als nur Mundgeruch verursachen. Darauf weist Tierzahnarzt Dr. Markus Eickhoff hin. Eine Studie mit knapp 120.000 Hunden zeigt: Schlechte Zähne stehen mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Herzkrankheiten in Zusammenhang.

Parodontitis beginnt oft unbemerkt

Viele Hunde entwickeln bereits bis zum vierten Lebensjahr eine Parodontitis, also eine Entzündung des Zahnbettes. Das Problem: Die Tiere zeigen Schmerzen oft kaum und fressen trotz Beschwerden weiter. Deshalb bleiben Zahnerkrankungen häufig lange unentdeckt.

Gefahr für Herz und Organe

Die Erkrankung beginnt meist mit Bakterien im Zahnbelag. Werden diese nicht entfernt, entstehen Entzündungen und Zahnfleischtaschen, berichtet PETBOOK. Laut Dr. Eickhoff können Bakterien und Giftstoffe anschließend über die Blutbahn in den gesamten Körper gelangen.

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Die Folgen können gravierend sein: Hunde mit schwerer Parodontitis hatten in der Studie ein 6,36-fach höheres Risiko für eine Endokarditis, eine gefährliche Entzündung der Herzinnenhaut und Herzklappen. Das Risiko für Herzmuskelerkrankungen war etwa viermal höher als bei Hunden mit gesunden Zähnen. Auch andere Organe können betroffen sein. Bakterien aus dem Maul können sich in Leber und Nieren festsetzen und dort Entzündungen sowie langfristige Schäden verursachen.

Kleine Hunde besonders gefährdet

Das Risiko für Parodontitis steigt mit abnehmender Körpergröße. Kleine Hunde haben oft relativ große Zähne in einem engen Kiefer. Dadurch entstehen zahlreiche schwer zu reinigende Zwischenräume, in denen sich bakterielle Beläge ansammeln können. Dr. Eickhoff berichtet, dass schwere Erkrankungen durch marode Zähne besonders bei kleinen Rassen keine Seltenheit sind.

Große Hunde haben andere Probleme

Bei großen Hunden tritt Parodontitis seltener auf. Dafür leiden sie häufiger unter Zahnfrakturen. Ursache sind oft zu harte Kauartikel oder starke Belastungen beim Spielen und Kauen. Besonders Fang- und Reißzähne können dabei brechen oder absplittern.

Was wirklich hilft

Viele verbreitete Hausmittel helfen laut Eickhoff nicht gegen Zahnstein. Weder Hüttenkäse noch hartes Brot oder spezielle Kauartikel reinigen die Zähne ausreichend. Auch Zahnsprays können höchstens ergänzen, die Ursache aber nicht beseitigen. Ultraschallzahnbürsten können sinnvoll sein, sind jedoch nicht für jeden Hund geeignet und sollten bei bestehenden Entzündungen nur nach tierärztlicher Beratung eingesetzt werden.

Für den Experten bleibt die wirksamste Maßnahme die regelmäßige Zahnpflege zu Hause. Denn gesunde Zähne sind nicht nur für das Maul wichtig, sondern für die Gesundheit des gesamten Hundes.

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