Schilddrüsenprobleme beim Hund: Verhaltensänderungen erkennen
Schilddrüse beim Hund: Verhaltensänderungen erkennen

Plötzlich knurrt der Hund, zieht sich zurück oder reagiert ängstlich auf Situationen, die ihn früher nicht gestört haben. Viele Halter fragen sich dann besorgt: „Warum ist mein Hund auf einmal so anders?“ Hinter solchen Veränderungen steckt nicht immer ein Erziehungsproblem. Auch eine ernsthafte Erkrankung kann die Ursache hinter dem veränderten Verhalten sein. Hundetrainerin Katharina Marioth erklärt, was die Schilddrüse damit zu tun hat.

Die kleine Drüse mit großer Wirkung

Die Schilddrüse sitzt unterhalb des Kehlkopfes und produziert die Hormone T3 und T4. Diese beeinflussen unter anderem Herzfrequenz, Körpertemperatur, Energiehaushalt, Gewicht, Fellqualität und die Gehirnfunktion. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist die häufigste hormonelle Erkrankung beim Hund. Meist wird sie durch eine Autoimmunerkrankung oder den Abbau von Schilddrüsengewebe verursacht, wie PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Typische Symptome sind Gewichtszunahme, stumpfes Fell, Müdigkeit und Kälteempfindlichkeit. Oft treten jedoch zunächst Verhaltensänderungen auf.

Wenn Hormone das Verhalten verändern

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann die chemischen Abläufe im Gehirn beeinflussen. Sinkt der Serotoninspiegel, reagieren Haustiere oft gereizter. Mögliche Folgen sind Aggressionen, Ängstlichkeit, Nervosität, Zwangsverhalten oder Trennungsangst. Zudem wird das Stresshormon Cortisol langsamer abgebaut, sodass der Hund dauerhaft unter körperlich bedingtem Stress stehen kann.

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Studien zeigen Verbesserungen

Mehrere Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Verhalten hin. So reagierten Hunde mit aggressivem Verhalten nach einer Behandlung mit Levothyroxin deutlich weniger aufbrausend. Weitere Studien zeigen, dass sich Müdigkeit, Antriebslosigkeit, verminderte Aufmerksamkeit sowie Reizbarkeit und aggressive Reaktionen oft schon innerhalb weniger Wochen nach Therapiebeginn bessern.

Warum normale Blutwerte täuschen können

Viele Hunde mit schilddrüsenbedingten Verhaltensauffälligkeiten erhalten zunächst unauffällige Laborbefunde. Dennoch zeigen 20 bis 40 Prozent der Hunde mit nachgewiesener Schilddrüsenunterfunktion einen normalen TSH-Wert. Da Verhaltensänderungen bereits vor auffälligen Blutwerten auftreten können, empfehlen Experten bei Verdacht ein vollständiges Schilddrüsenprofil. Spezielle Bluttests auf sogenannte Thyreoglobulin-Autoantikörper erkennen eine beginnende Autoimmunerkrankung oft früher.

Plötzliche Veränderungen ernst nehmen

Verändert sich ein Hund plötzlich, sollten neben Erziehungs- und Umweltfaktoren auch medizinische Ursachen geprüft werden. Aggressionen, Konzentrationsprobleme oder neu auftretende Ängste können Hinweise auf eine Schilddrüsenstörung sein. Wird eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert, lässt sie sich meist gut behandeln. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!

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