Ein landesweiter Stillstand der Deutschen Bahn aufgrund eines Funkausfalls hat ein seit Monaten bekanntes Sicherheitsrisiko offengelegt: Der Zugfunk, der für Notrufe und die Kommunikation der Lokführer unverzichtbar ist, basiert noch immer auf der veralteten 2G-Technik. Interne Warnungen von Experten vor einem drohenden Funk-Fiasko blieben offenbar unbeachtet.
Veraltete Technik als Sicherheitsrisiko
Das 2G-Netz, das für den Zugfunk genutzt wird, ist technisch veraltet und anfällig für Störungen. Die Bahn ist für die sichere Abwicklung des Zugverkehrs auf dieses System angewiesen. Ein Ausfall kann zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, wie der jüngste Vorfall gezeigt hat. Laut BILD-Recherchen war die Schwachstelle bereits seit Monaten intern bekannt, doch konkrete Maßnahmen zur Behebung blieben aus.
Notrufe und Lokführer-Kommunikation betroffen
Der Zugfunk ist nicht nur für den reibungslosen Ablauf des Zugverkehrs entscheidend, sondern auch für die Sicherheit. Notrufe von Lokführern und die Kommunikation mit der Leitstelle laufen über dieses System. Ein Ausfall kann daher nicht nur zu Verspätungen, sondern auch zu gefährlichen Situationen führen. Die Bahn sucht nun in aller Eile nach Notlösungen, um die Kommunikation aufrechtzuerhalten.
Umbau auf 5G als Mammutaufgabe
Die Umstellung auf den modernen 5G-Funk ist eine gewaltige Herausforderung. Sie erfordert nicht nur neue Infrastruktur, sondern auch die Integration in bestehende Systeme. Die Kosten und der Zeitaufwand sind enorm. Experten schätzen, dass der Umbau Jahre dauern könnte. Bis dahin bleibt die Bahn auf das anfällige 2G-Netz angewiesen.
Notlösungen in aller Eile
Angesichts der akuten Probleme arbeitet die Bahn an temporären Lösungen. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von Ersatzfunkgeräten und die Nutzung von Mobilfunknetzen als Backup. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um einen erneuten Stillstand zu verhindern, bleibt abzuwarten. Ein Bahn-Sprecher erklärte: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Funkinfrastruktur zu modernisieren und die Sicherheit des Zugverkehrs zu gewährleisten.“



