SEZ-Rettung: Senat prüft Kosten für Erhalt statt Abriss des DDR-Bads
SEZ-Rettung: Senat prüft Kosten für Erhalt statt Abriss

Der Erhalt des stillgelegten Sport- und Freizeitzentrums (SEZ) in Berlin-Friedrichshain würde nach einer Prüfung des Senats deutlich teurer ausfallen und eine Verzögerung von fünf Jahren mit sich bringen. Das ist das Ergebnis eines Kompromissvorschlags, den die rot-grün-rote Landesregierung nun durchgerechnet hat. Der Abriss des DDR-Baus war bereits beschlossen, doch eine Initiative setzt sich für den Erhalt der Ikone ein.

Kostenexplosion und Zeitverzug

Laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung würde die Sanierung des SEZ rund 120 Millionen Euro kosten – etwa 40 Millionen mehr als der geplante Abriss und Neubau von Wohnungen. Zudem würde der Erhalt das Bauprojekt um fünf Jahre verzögern. „Der Erhalt des SEZ ist wirtschaftlich nicht darstellbar“, erklärte ein Sprecher der Senatsverwaltung. Die Alternative sei der Bau von rund 600 Wohnungen in Bestlage, die dringend benötigt würden.

Rettungsplan der Initiative

Die Initiative „SEZ erhalten“ hatte einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der den Erhalt der denkmalgeschützten Bausubstanz vorsieht. Der Senat prüfte diesen Vorschlag nun und kam zu dem Schluss, dass die Mehrkosten und die Verzögerung nicht tragbar seien. „Wir bedauern die Entscheidung, aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache“, so der Sprecher. Die Initiative kritisierte die Prüfung als zu oberflächlich und forderte eine erneute Bewertung.

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Hintergrund des Streits

Das SEZ, einst das größte Sportbad der DDR, ist seit 2015 geschlossen. Der Abriss wurde 2022 beschlossen, um Platz für Wohnungen zu schaffen. Der Streit zwischen Befürwortern des Erhalts und der Senatsverwaltung schwelt seit Jahren. Die Befürworter sehen in dem Bau ein kulturelles Erbe, das erhalten werden müsse. „Das SEZ ist ein Symbol der DDR-Architektur und sollte nicht einfach abgerissen werden“, sagte ein Vertreter der Initiative.

Auswirkungen auf die Stadtentwicklung

Der Senat betont, dass der Wohnungsbau in Berlin Priorität habe. „Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum“, so der Sprecher. Die geplanten 600 Wohnungen auf dem SEZ-Gelände seien ein wichtiger Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarkts. Die Initiative hingegen argumentiert, dass der Erhalt des SEZ auch Arbeitsplätze und Tourismus fördern würde. Eine endgültige Entscheidung wird für das kommende Jahr erwartet.

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