Schiffswrack in Berlin-Müggelheim: Anwohner fordern Beseitigung seit Monaten
Schiffswrack in Berlin-Müggelheim: Anwohner fordern Beseitigung

Seit fast einem Jahr liegt ein abgebranntes Schrottboot an einem Steg auf der Großen Krampe in Berlin-Müggelheim. Das Wrack befindet sich nahe dem Ortskern von Müggelheim und ist für Badegäste stets im Blickfeld. Anwohner und Nutzer der Badestelle sind verärgert über die Verschandelung des Ufers und fordern die Beseitigung des Schiffswracks.

Ein Schandfleck seit Monaten

Das ausgebrannte Boot wurde bereits im Sommer 2025 an dem Steg abgelegt und liegt seither unverändert dort. Es handelt sich um ein ehemaliges Motorboot, das durch einen Brand stark beschädigt wurde. Die Überreste sind verkohlt und teilweise zerfallen. Die Gemeinde Müggelheim, ein Ortsteil von Treptow-Köpenick, ist bekannt für seine idyllische Lage an den Müggelspree und den angrenzenden Seen. Die Badestelle an der Großen Krampe wird besonders in den Sommermonaten häufig genutzt.

Anwohner berichten, dass das Wrack nicht nur optisch störe, sondern auch ein Sicherheitsrisiko darstelle. Kinder könnten sich an scharfen Kanten verletzen, und der Zustand des Bootes werde durch Witterungseinflüsse zunehmend schlechter. Ein Anwohner äußerte sich verärgert: „Es ist unverständlich, dass die Behörden hier so lange tatenlos zusehen. Das Boot verschandelt unsere schöne Badestelle und niemand unternimmt etwas.“

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Zuständigkeiten und Hürden

Die Zuständigkeit für die Beseitigung des Wracks liegt beim Bezirksamt Treptow-Köpenick. Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost erklärte eine Sprecherin, dass der Fall bekannt sei und geprüft werde. Allerdings gestalte sich die Entsorgung schwierig, da zunächst der Eigentümer des Bootes ermittelt werden müsse. Ohne dessen Zustimmung oder eine rechtliche Grundlage könne das Wrack nicht einfach entfernt werden. „Wir sind in Kontakt mit der Wasserschutzpolizei und versuchen, den Halter ausfindig zu machen. Sollte dies nicht gelingen, müssen wir andere Wege finden, um das Boot zu beseitigen“, so die Sprecherin.

Ein weiteres Problem sind die Kosten für die Bergung und Entsorgung. Das Wrack liegt im Wasser und muss mit Spezialgerät geborgen werden. Die Kosten dafür könnten auf mehrere tausend Euro geschätzt werden. Das Bezirksamt prüft derzeit, ob eine kostenpflichtige Ersatzvornahme möglich ist, bei der die Kosten dem Eigentümer in Rechnung gestellt werden.

Ärger bei Badegästen und Naturschützern

Nicht nur Anwohner, sondern auch viele Badegäste zeigen sich genervt. In sozialen Medien wird das Wrack kritisiert und die Behörden werden aufgefordert, endlich zu handeln. Ein Nutzer schrieb: „Das ist eine Zumutung für alle, die hier ihre Freizeit verbringen wollen. Die Politik redet von Sauberkeit und Ordnung, aber hier passiert monatelang nichts.“

Auch der lokale Naturschutzbund (NABU) hat sich eingeschaltet. Ein Sprecher betonte, dass das Wrack nicht nur ein ästhetisches Problem sei, sondern auch eine potenzielle Gefahr für die Tierwelt darstelle. In dem Boot könnten sich Schadstoffe wie Öl oder Kraftstoffreste befinden, die bei weiterem Zerfall ins Wasser gelangen könnten. „Das Bezirksamt muss hier dringend handeln, bevor es zu einer Umweltbelastung kommt“, so der Sprecher.

Vergleichbare Fälle in Berlin

Der Fall in Müggelheim ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es in Berlin vor, dass verlassene Boote in den Gewässern treiben oder an Ufern liegen. Die zuständigen Behörden stehen oft vor ähnlichen Problemen: Die Eigentümer sind nicht zu ermitteln oder weigern sich, für die Entsorgung zu zahlen. In einigen Fällen wurden Boote sogar absichtlich versenkt oder angezündet, um die Entsorgungskosten zu umgehen.

Die Wasserschutzpolizei Berlin verzeichnet jährlich mehrere Dutzend Fälle von verlassenen Wasserfahrzeugen. Die Dunkelziffer könnte jedoch höher sein, da viele Boote in abgelegenen Bereichen liegen und erst nach Wochen oder Monaten gemeldet werden.

Ausblick: Wann wird das Wrack entfernt?

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hat angekündigt, die Angelegenheit prioritär zu behandeln. Man hoffe, noch im Laufe des Sommers eine Lösung zu finden. Sollte der Eigentümer nicht ermittelt werden können, werde man eine Ersatzvornahme durchführen. Bis dahin müssen die Anwohner und Badegäste jedoch weiterhin mit dem Schandfleck leben.

Die Berliner Morgenpost wird den Fall weiterverfolgen. Philipp Hartmann, Bezirksreporter für Treptow-Köpenick, bleibt dran.

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